Folia archeologica 14.
Ágnes Salamon : Ein völkerwanderungszeitlicher Beschlag aus Környe
60 A. Salamon Abb. 17. 2. Die am Ende des vorigen Jahrhunderts in Szeged-Öthalom zutage gekommene gepreßte Bronzeplatte stellt ebenfalls einen Fisch zerfleischenden Adler dar. 1 4 Das Motiv ist im halbmondförmigen Emblem des Objektes untergeracht, den ganzen Raum füllt die Figur des nach rechts blickenden Vogels aus. Er steht auf einem Fuß; mit dem anderen und mit dem Schnabel zerfleischt er den vor ihm liegenden Fisch. Die Maße von Vogel und Fisch entsprechen den natürlichen Proportionen. Auf dem plastischen Vogelkörper sind Fittich und Schwanzfeder dekorativ ausgeführt, während Kopf und Hals naturalistisch modelliert sind. Das innere Emblem ist in einem breiten, ornamentalen Rahmen umgeben, außerhalb des Rahmens liegt die zur Befestigung der Platte dienende Lochreihe. Auf Grund der Analogien des umrahmenden Motivs, ferner der sog. „Zahnung" am Hals und auf den Schwanzfedern des Vogels datiert Gy. László die Platte auf die Zeit vor der Mitte des 7. Jhs. und hält sie für ein lokales Produkt. 1 8 Auch er hebt die gezweite — dekorative und naturalistische — Tendenz der Darstellungsweise hervor. D.Csallány meint in der Platte nach östlichen Analogien die das Geschieht schützende Platte eines Helmes zu erkennen. 1 6 Verfasserin kann dieser Annahme, da sie nicht über1 4 Über die Szeged—öthalomer Funde referieren mehrere Meldungen vom Ende des vergangenen Jahrhunderts: VarázséjiG., Arch. Ért. 14(1880) 323 f.;PulszkyF., Arch. Ért. 1(1881) 146 f.; Натре/ J., Alterthümer des frühen Mittelalters in Ungarn. II. (Braunschweig 1905) 113. (In seiner Beschreibung erwähnt er bereits die in den Ecken des Rahmens untergebrachten Masken. Cf. László Gy., Adatok az avarkori. . . [Angaben zu den urchristlichen . . . ] 38—39); Tömörkényi I., MKÉ 7(1913) 240—248. Über die topographischen Angaben der Funde: Reizner /., Szeged története (Geschichte der Stadt Szeged) I. (Szeged 1899). Im Laufe der mehrere Jahre hindurch währenden Erdarbeiten kamen hallstatt-, hunnen-, awarenzeitliche Funde und solche aus der Zeit der Landnahme der Ungarn, ferner frühmittelalterliches Fundmaterial zum Vorschein. Obwohl ein Teil der Funde bei Ausgrabungen zutage kam, wurden doch die meisten ohne nähere Angabe des Fundortes in das Museum von Szeged eingeliefert. So kam auch der besprochene Bronzebeschlag ins Museum. PulszkyF., а. а. O. 152. Das hunnenzeitliche Material wurde jüngst vom Párducz M. neu bearbeitet: MFMÉ 1960. 71—99. 1 6 László Gy., Adatok az avarkori. . . (Angaben zu den urchristlichen.. .) 42. Csallány D., Dolg. 17(1941) 165—168.; László Gy., nimmt Csallánys Annahme nicht an