Folia archeologica 14.

Ágnes Salamon : Ein völkerwanderungszeitlicher Beschlag aus Környe

58 Á. Salamon stammt aus Batajnica. 3 Die annähernd trapezförmig ausladenden Enden der vergoldeten Bronzespangen des Eisen­helmes sind mit figuralen Darstellungen verziert. In der Mitte des Bildfeldes der von vorne nach hinten verlaufenden Spange ist ein liegender Fisch, den zwei Vögel mit krummen Schnabel beim Kopf bezw. bei der Schwanzflosse halten, ab­gebildet (Abb. 18. 1). Die Szene ist von einer Zick-zacklinie umgeben, die grö­ßere Dreiecke bildet; eine mehrfache schlußlinie trennt die Bildfläche von der Fortsetzung der Spange. Die Rand­verzierung setzt sich auf beiden Seiten der Spange fort. Die Dreiecke und die Tierkörper sind — mit Ausnahme der Tierköpfe — mit punziertem Schuppen­muster ausgefüllt. In den Bildfeldern der auf ähnliche Weise ausgebildeten Seitenspangen steht je ein langköpfiges, nach hinten blickendes Tier (Abb. 18.2). Obwohl hier zwei Vögel dargestellt sind, scheint die Darstellung des Fisches mit dem Beschlag aus Környe verwandt zu sein. 4 Obwohl nämlich die Spangenverzierungen in anderer Technik verfertigt sind, wie der Beschlag aus Környe, sieht man, daß die Proportionen der Tiere ähnlich sind; die wichtigsten Bestandteile der Komposition: der Kopf und der unproportioniert große krumme Schnabel sind auch bei der einfacheren Technik gut betont. Der Fund aus Batajnica gehört zur orientalischen Typengruppe der Helme. 5 Die Bestimmung des Herstellungsortes ist — in Anbetracht der Darstellung und der Technik — nicht leicht und die Frage ist keineswegs endgültig gelöst. 6 Bei der Beschreibung der Verzierung wurden das zur Raumausfüllung gebrauchte Schuppenmotiv und die Punzierung bereits erwähnt. Motiv und Technik sind eng verbunden mit der Blütezeit des Hunnenreiches, nicht nur in Ungarn, sondern in ganz Europa. 7 Zu derselben Zeit erscheinen auch im mittleren Donaubecken die Vogelkopf-Verzierungen auf den Schnallen und Schwertbeschlägen. 8Die Elemente der Verzierung des Helmes aus Batajnica sind 3 Vinski, Z., Ein Spangenhelmfund aus dem östlichen Syrmien. Germania 32(1954) 176-—182. 4 Ebenda. Der Verfasser deutet den Fisch und den Adler separat. Er bindet die Vogeldar­stellung an die Ostgoten und läßt den Fisch aus der urschristlichen Ikonographie abstammen. Verfasserin weist die Helmverzierung nicht nur wegen der gemeinsamen Umrahmung des Bild­feldes, sondern auch wegen der Komposition, die die Tiergruppe in einer einheitlichen Aktion darstellt, der den „Fisch zerfleischenden Adler"-Gruppe zu. 5 Alföldi A., Eine spätrömische Helmform und ihre Schicksale im germanisch-romanischen Mittelalter. Acta Arch. Kobenhavn 6(1935) 99—144.; Werner, f., Zur Herkunft der frühmittel­alterlichen Spangenhelme. PZ 34—35 (1949—50) 178—193.; Post, P., Der kupferne Spangenhelm. BRGK 34(1951—53) 115—150. 6 Vinski, Z., а. а. O. 180. 7 Zuerst Alföldi A., Funde aus der Hunnenzeit und ihre ethnische Sonderung. AH 9. (Bp. 1932) 24.; Werner, ]., Beiträge zur Archäologie des Attila-Reiches. (München 1956) 38—56, 69—82. In letzterem Kapitel faßt der Verfasser die symbolische Bedeutung der Schuppen­verzierung auf Grund eines breiten Vergleichmaterials zusammen und analisiert es. Eine Verbreitungskarte s. Taf. 72, 7. 8 Ebenda 69—83. „Adlersymbol und Totenkult" genanntes Kapitel. Verbreitungskarte s. Taf. 72, 7. Abb. 15.

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