Folia archeologica 12.
J. Korek: Die Goldscheiben von Csáford
Die Goldscbeiben von Csáford 29 brochen. Ihr Werkstoff ist lichtgelbes Gold. Die Buckel sind, da hier das Blech infolge der Treibtechnik sehr dünn ist, eingedrückt, einer von ihnen ist durchlöchert. Gewicht: 81,60 Gramm. Zweite Scheibe. Dm der kleineren Scheibe: 105 mm. Der Rand ist etwas gewellt und den Rahmen bildet ein dreifacher, getriebener Perlenkreis. (Taf. VI, 2; VII, 2.) Die drei getriebenen Buckel (Dm: 30 mm) sind in derselben Weise angeordnet wie auf der anderen Scheibe. Über der Halbierungslinie der Randverzierung sind an beiden Seiten des oberen Schreibendrittels je vier getriebene schiefe, geperlte Linien, die zwar keilartig Hegen, deren Spitzen sich aber nicht berühren. An der Basis des verzierten Teils ist die Scheibe an beiden gegenüberliegenden Seiten durch je zwei Löcher durchbrochen. Das Stück ist aus gelbem Gold und gut erhalten; von Rand fehlen kleinere Teile. Gewicht: 59 Gramm. 2 Als Fundstelle der beiden Goldscheiben bezeichnete J. Korcsmáros eine kleine Mulde von 5x5 m am Südabhang des Berges von Csáford. Anlässlich der am 4—6. August 1959 vorgenommenen Beglaubigungsgrabung hatte ich Gelegenheit, eine Fläche von 5,5 X 3,5 m zu untersuchen. (Abb. 9.) Erster Grabungsschnitt. Die Oberflächenschichtung bestätigte jene Angabe von J. Korcsmáros, wonach hier die Erde von einer 150 cm breiten Fläche im östlichen Teil des Grabungsschnittes abgesehen, schon öfters umgeackert wurde. Dieser Teil liegt nämlich in unmittelbarer Nähe einer Baumreihe, wo der Besitzer keine Stecklinge pflanzte. Im übrigen Teil dieses Gebietes war die Erde bis zu 53 cm Tiefe durch landwirtschaftliche Arbeiten umgeackert, darunter liegt der rote, gewachsene Lehm. In diesem Grabungsschnitt befanden sich zwei Gruben. (Abb. 10.) Grube 1. Im nördlichen, noch nient umgeackerten Teil des Grabungsschnittes befand sich in 30 cm Tiefe die Grube 1 mit fast schwarzer Füllmasse. Die ovale Grube war in N—S-Richtung 125 cm, im О —W-Richtung 152 cm lang und 89 cm tief. Ihr Boden war eben. Sie enthielt auffallend wenig Scherben. Unter nicht näher bestimmbaren Bruchstücken ist die Seitenwand eines Gefässes mit nicht durchbohrtem Knopfhenkel und wenig erhabener Mittelleiste (Taf. VIII, 1.) erwähnenswert. Es kam auch ein Bandhenkel zum "Vorschein. (Taf. VIII, 3.) Am bezeichnendsten ist ein rotes Bodenfragment aus gekörntem Ton (Taf. VIII, 4.) mit leicht konkavem Boden und dickem Standring. Der Verwendungszweck des auf Taf. VIII, 2. abgebildten Scherbens ist ungewiss. Das Bruchstück hat an der einen Seite einen halbkreisförmigen Abschluss, Abb. 9. 2 Ungarisches Nationalmuseum-Historisches Museum. Inv.-Nr: 58. 38. 1—2.