Folia archeologica 12.

A. Salamon-Gy. Török: Funde von No-Ungarn aus der Römerzeit

156 Á. Salamon — Gy. Török strichgefässe, das quadischen Einfluss zeigende Fragment und die bereits wäh­rend der Römerzeit hergestellten Gefässfragmente aus jener Periode der Sied­lung, die wir auch im Material der Miskolcer und z. T. auch der Ózder Sied­lung wiedersehen. (1—2. Jh.) Zu dieser Gruppe müssen wir auch die Toneimerfragmente oder Krausen­gefässe rechnen, die das Leben dieser Siedlungen überall begleiten. Sowohl die in Arka als auch die in Szilvásvárad gefundenen Stücke gehören zum 1. Ózder Typus. 2 1 (Abb. 38. 1—7; Abb. 42. 36, 37.) Den Eimer vom sog. II. Typus mit ausbuchtendem Rand 2 2 finden wir weder im Material von Szilvás­várad noch in demjenigen von Arka. Sie sind mannigfacher Farbe: gelblich­braun, bräunlichrot, hell- und dunkelgrau. Ihr Rand ist in der Regel oben dreifach gegliedert, doch gibt es auch vierfach gegliederte Stücke. Unter dem Hals erscheinen tief eingezogene Wellenlinien, rundherum verlaufende waage­rechte Linienbündel oder schräge eingeschnittene Vertiefungen, bzw. die Kom­binationen dieser Ornamente. Mit diesen Gefässen hat sich auch die Fachlite­ratur sehr viel beschäftigt, und die Debatte um ihre Entstehung scheint einen Ruhepunkt erreicht zu haben. 2 3 Wir messen der Tatsache grosse Bedeutung zu, dass wir Analogien der in der Spätsarmatenzeit erscheinenden Stücke auch in den kaiserzeitlichen barbarischen Siedlungen wiederfinden, und wir hoffen, dass weitere Ausgrabungen gut datierbare Funde zur Ausarbeitung ihrer Chronologie liefern werden. Ihre Datierung wäre in Hinsicht der Beziehung der sarmatenzeitlichen Bevölkerung der grossen Ungarischen Tiefebene und der nördlichen Randgebiete von grösster Bedeutung, weil bereits unsere bis­herigen Erfahrungen zeigen, dass nach etwa 200 u. Z., insbesondere aber von der Mitte des 3. Jhs. an sehr enge Beziehungen zwischen diesen zwei Gebieten bestanden. 2 4 Dies beweisen auch die in Arka — leider nur als atypische Scher­ben zutage gekommenen — grauen und ziegelfarbigen, auf Drehscheibe her­gestellten Fragmente guter Qualität; ferner können wir unsere Spinnwirtel von Szilvásvárad auch hiezurechnen. Aus dem Profil von Szilvásvárad kamen in etwa 45—60 cm Tiefe zwei Lignitarmreifen-Bruchstücke zutage. Die Gagatwaren und die als ihr Er­satz dienenden billigeren, aus verschiedenen Lignitarten hergestellten Schmuck­stücke waren im allgemeinen im 3. Jh. in Gebrauch. 2 5 In Pannonién kennen wir aus Intercisa einen Lignitarmring aus einem Gräberfeld des 3—4. Jhs., 2 6 2 1 Párduc^, Ózd, S. 30. 2 2 Ebda. 2 3 Im Laufe dieser Arbeit hat Párduc^ die Anschauungen über die Entwicklung der Krausen­gefässe eingehend erörtert, die mit seinen eigenen Forschungserfahrungen und dem heutigen Standpunkt der Provinzialforschung (Barkóc^i L.—Bonis É., a. a. О. S. 151) ein ernsthafter Aus­gangspunkt der weiteren eingehenden Forschung sind. Párduc^, Ózd, S. 30. ff. 2 4 Párducz, Ózd, S. 35. 2 5 Hagen, W., Kaiserzeitliche Gagatarbeiten aus dem rheinischen Germanien. BJ 142 (1937) S. 100. Die La Tène-zeitlichen Produkte aus Gagat und aus Pseudogagat sind auf Grund ihrer Form gut abzusondern von den in der Römerzeit hergestellten Stücken aus demselben Material. Hunyadi /., a. a. О. S. 97; einen bedeutenden Platz sichert in seiner Arbeit den Stücken aus Lignit Filip. ]., Keltövé ve Stredni Evropë. (Praha 1956) S. 144 — 147. 2 6 R. Alföldi M., Intercisa II. AH 36. (Bp. 1957): Schmucksachen S. 418 (XVIII. Gräber­feld, Grab 32.).

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