Folia archeologica 12.

A. Salamon-Gy. Török: Funde von No-Ungarn aus der Römerzeit

F linde von NO-Ungarn aus der Römerzeit 157 ferner wissen wir über ein Stück aus Brigetio, 2 7 ausser dem aus Aquincum stammendem, aus Gagat verfertigten reich verzierten Schmuck. 2 8 Die zwei Funde von Szilvásvárad sind aus einer härteren, widerstandsfähigeren Art Lignit; das Material wird durch den auf der Innenwand des einen Stückes sichtbaren, leicht erhabenen Grat verraten, der für die aus diesem Material gemachten Armringe kennzeichnend ist. 2 9 Das Erscheinen der Gagat- und Lignitschmuckstücke ist ausserhalb des römischen Reiches äusserst selten; sie mochten hierher aller Wahrscheinlichkeit nach auf dem Wege des Handels geraten sein. Das 3—4. Jh. ist in den Szilvásvárader Funden durch die Fragmente mit Einglättung repräsentiert. Das grosse Gefäss mit Gittermuster (Krug? Abb. 41. 24.), die mit schrägen Rillen in Zonen geteilten und mit waagerechten bzw. senkrechten Einglättungen verzierten Fragmente (Abb. 41. 23; Abb. 42. 45.) ferner das Schüsselfragment mit schrägem Rand können noch hiezu gerechnet werden. (Abb. 42. 35.) Ähnliches finden wir auch im spätsarmatenzeitüchen Material der Grossen Ungarischen Tiefebene, 3 0 doch ist diese Gruppe auch für die spätrömerzeitliche Keramik besonders kennzeichnend. 3 1 Im Szilvásvárader Material können wir eine Gruppe der Keramik aus ro­herem Material absondern. Diese Stücke wurden grösstenteils auf mit Hand getriebener Scheibe hergestellt, doch gibt es unter ihnen auch auf Dreh­scheibe hergestellte Gefässe. Sie sind aus gutem Material, wurden sorgfältige ausgebrannt, die Oberfläche ist oft glimmerschimmernd. Diese Gruppe kön­nen wir annähernd in drei Typen einteilen: 1. verhältnismässig grosse Gefässe mit schmalem Standring, die grösste Breite ist in der Schulterhöhe (Taf. XXVIII, 3. Nr. 46.); 2. untersetztere, weitmündige Gefässe kleineren Formats. Das Profil ist bei beiden Gruppen S-förmig (Taf. XXVIII, 4. Nr. 47.); 3. verhältnismässig hohe Schüsseln, die nach oben hin immer breiter werden und deren Seiten meistens einwärts neigen (Taf. XXVIII, 2. Nr. 48.). Bei dem Boden sind alle meistens ein wenig eingezogen. Oft gliedern die Oberfläche sänkrechte, seltener waagerechte grobe Fingereinziehungen. Sie sind in der Regel unverziert, doch sind auch die mit Kammstrich oder Fingerabdruck verzierten nicht selten unter ihnen. Bei der Analyse der Keramik des Burgus von Leányfalu hat bereits Alföldi eine dort erscheinende „primi­tiv prähistorische" Gefässgruppe bemerkt und bezeichnete ihr südöstlichstes und nördlichstes Vorkommen. 3 2 Stücke, die den zwei Schüsseln aus Leányfalu ähnlich sind, 3 3 doch mit Fingereinziehungen verziert wurden, kennen wir auch 2 7 Laut einer mündlichen Mitteilung von L. Barkóczi, der die Publikation der Gräber­felder von Brigetio vorbereitet. 2 8' Nagy L., a. a. O. S. 623. Taf. CIII. 2 9 Hagen, IT., a. a. O. S. 101. 3 0 Párducz M., Denkmäler der Sarmatenzeit in Ungarn III. AH 30. (Bp. 1950) S. 116; Ders., Arch. Ért. 79(1952) S. 41.; Ders., Acta Arch. Hung. 11(1959) 309-398 (Zusammenfas­sung der Hunnenzeit). 3 1 Alföldi A., Funde aus der Hunnenzeit und ihre ethnische Sonderung. AH 9. (1932) S. 42 ff., mit Literatur über die Einglättung. 3 2 Ders., a. a. O. S. 54. Anm. 108, 109. 3 3 Ders., а. а. O. Taf. XXXI. 1, 2.

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