Folia archeologica 12.
Barkóczi László: Későrómai temető Pilismaróton Ill
132 L,. Barkódéi wir die Möglichkeit nicht für angeschlossen, daß die Barbaren — wohl in kleineren Gruppen — bereits unter Valentinianus erschienen sein mochten; es ist sogar möglich, daß die Besatzung einzelner, unter Valentinian gebauten Burgen bereits aus solchen barbarischen Neuankömmlingen bestand. Über das Gräberfeld von Pilismarót bzw. dessen hier besprochenen Teil können wir aussagen, daß er um Valentinian noch in Gebrauch stand. Das Erscheinen barbarischer Neuankömmlinge ist zu dieser Zeit nicht alleinstehend: wir treffen sie auch an anderen Punkten des Limes an. So finden wir eingeglättete und andere barbarische Merkmale führende Keramik in Brigetio, im Wachtturm von Leányfalu, 6 0 im burgus von Nógrádverőce 61 und in den spätzeitlichen Gräberfeldern von Adony 6 2 und Intercisa. 6 3 Das Fundmaterial ist jedoch in diesen Fundorten nicht einheitlich und wir können es mit keiner geschlossenen ethnischen Einheit in Verbindung bringen; verwandte Züge treten aber in allen auf. Obwohl das Fundmaterial nicht einheitlichen Charakters ist, so müssen wir doch bemerken, daß es fast in jedem Fundort, "zu derselben Zeit, je eine abgeschlossene Gruppe in der Spätgeschichte des römischen Limes bildet. Die Hersteller der barbarischen Keramik, die sich vom römischen Fundmaterial unterscheidet, mochten um 370—380 als Mitglieder der Grenzwache ihre Laufbahn begonnen haben. Die Unterschiede des Materials deuten ethnisch verwandte, doch nicht einheitliche Volksgruppen an. Die wichtigste Frage, welche Gruppen der zu dieser Zeit in Frage kommenden hunnenzeitlichen Völker, der Alanen und der Ostgermanen zur Grenzwache aufgenommen wurden, muß durch weitere Forschungen geklärt werden.