Folia archeologica 11.
Á. Salamon: Sarmatische Funde in Ócsa
82 A. Salamon die durch eingehende Analyse bedeutenderer Gruppen der ungarländischen Funde Wertvolles zu unserem Wissen beitrugen. 8 Da jedoch das reiche Material aus Streufunden oder nicht authentisch erforschten Gräberfeldern stammt,, muß jedes Material von Interesse sein, das die bestehenden Theorien zu unterstützen oder mit neuen Zügen zu bereichern vermag. Wir sind der Meinung, daß eine Publikation des Materials aus Ócsa eben deshalb begründet ist. Die Funde aus Ócsa •— sowohl das Material der Gräber, als auch die Streufunde aus dem Gräberfeld und aus der Siedlung — passen widerspruchslos in den Kreis Kiszombor-Ernőháza (Gruppe III. der sarmatischen Funde aus Ungarn). 9 Die vier Gräber, die wir aus dem Gräberfeld kennen, sind süd-nördlich orientiert mit kleinen Abweichungen von der Hauptrichtung. Keine Spur von Sargbestattungen wurde gefunden — auch unter den Streufunden nicht —, und die Toten wurden in jedem Fall in Gruben mit abgerundeten Ecken gelegt. Die reichen Perlenfunde waren bei den Füßen und Armen; 1 0 eine interessante Sitte, das Tragen doppelter Armringe kann beobachtet werden. 11 Leider wissen wir über die Lagerung der vielen Gefäße garnichts. 1 2 Im folgenden möchten wir einige Objekte aus dem Fund hervorheben, die infolge ihrer charakteristischen Formen eigenartige, neue Züge innerhalb der sarmatischen Funde aufweisen. Zunächst wollen wir 1) die Anhänger, 2) die Troques mit hackenförmigen, umschlungenen Enden, 3) die Ohrringe mit Karneolperlen und 4) zwei Arten von Perlen besprechen. 1) Die Anhänger (Taf. VI. 4., Taf. VII. 8.) sind zwar nur kleine Bestandteile der Tracht, die auf den ersten Blick wohl unbedeutend erscheinen könnten, aber in der Wirklichkeit sind sie sehr interessant. Beilanhänger gibt es im Material folgender sarmatischer Fundorte: Ernőháza-Kollinger Grab 4, Felsőjózsa Grab 1—2, Kiszombor Grab 74, 112, Szeged-Öthalom Grab 19, Szentes-Ecser, Rékás. 1 3 In sarmatischen Gräbern erscheinen sie im allgemeinen unter den Perlen, die den Arm zieren, 1 4 doch können wir bei einzelnen Funden darauf schließen, daß sie am Hals getragen wurden. 1 5 Sie sind unverziert, 8 Mócsy A., Acta Arch. Hung. 4 (1954) 115—123.; Párducz M., Acta Arch. Hung. 7 (1956) 139—180. 9 Ders., Sarmatenzeit Ш. 242—247. 1 0 S. Beschreibung von Grab 4, Seite 77—78. 1 1 S. Beschreibung von Grab 2, Seite 77. 1 2 S. Beschreibung von Grab 3, Seite 77. 1 3 Ernőháza-Kollinger Grab 4, Párducz M., Arch. Ért. 1940. 262.; Felsőjózsa, Ders., Sarmatenzeit III. Taf. LXX. 10.; Kiszombor B. Grab 112, Ders., а. а. O. Taf. XLV. 3.; Kétegyháza, Ders., а. а. O. Taf. LXXXII. 3.; Szentes—Ecser, Ders., а. а. O. 176.; Rékás, Ders., а. а. O. 162.; Szeged-Öthalom, Varázséji G., Arch. Ért. 14 (1880) 326, Grab 19. 1 4 Kiszombor В. Grab 112, Párducz M., Sarmatenzeit III. Taf. XLV. 3.; Ernőháza-Kollinger Grab 4, Ders., Arch. Ért. 1940. 262. 1 6 Felsőjózsa Grab 1—2, Ders., Sarmatenzeit III. Taf. LXX. 10.; Szentes—Ecser, Ders., a. a. O. 176.; Marosszentanna Grab 43, Kovács I., Dolg. 3 (1912) 293, Abb. 56. Bemerkenswert sind die Kalksteinanhänger ähnlicher Form (Nachahmungen der Metallanhänger?). Kiszombor B, Grab 74, Párducz M., Sarmatenzeit III. Taf. XXXVIII. 4.; Szeged-Öthalom Grab 28. Ähnliche Anhänger aus Bernstein werden von Alföldi A., Funde aus der Hunnenzeit und ihre ethnische Sonderung. AH 9 (Bp. 1932) erwähnt, S. 37, Anm. 68.