Folia archeologica 11.

A. Kerényi: Gruppierung der Barbarenmünzen Transdanubiens

Gruppierung der Barbaren/» U nheil Transdanubiens 55 trägt einen bartlosen Apollokopf nach rechts, mit Kranz aus dreifacher Per­lenreihe, und freiwallenden Haaren im Nacken. Es sind grösstenteils Exem­plare mit starker Sattelnase. Gemäss den Rückseiten, sind im Fund drei Varianten vertreten. Auf der ersten Variante, die zahlenmässig vorherrscht, ist ein nach links schrei­tender Reiter ersichtlich, mit einem unverhältnismässig grossen Kopf, und im Verhältnis zum Kopf kleinen Körper, gänzlich ohne Füsse. Auf seinem stark zurückgeworfenen Kopf trägt der Reiter einen kegelförmigen Helm, den am Scheitel ein von einem Halbkreis eingefasster Punkt als Helmbusch schmückt. Die zweite Variante (Dess. 106) unterscheidet sich von der ersten nur darin, dass der Helm der Reiters von einem sich nach hinten biegenden grossen Helmkamm geschmückt ist. Bei beiden Varianten läuft die unter dem Pferd befindliche punktierte waagrechte Linie an beiden Seiten in einen Halbkreis aus, einem gewundenen Draht ähnlich. Auf der dritten Variante (Dess. 107) ist des Kopf feiner durchgebildet und die ganze Darstellung etwas abgenützter im Vergleich zu den ersten zwei Varianten. (T. IV. 21.) Die Rück­seite zeigt auch hier den Reiter nach links reitend mit erhobenem Arm. Hinter dem Reiter 1Л1Л die Buchstabenimitationen, vor der Brust des Pferdes ein > Zeichen, unter dem erhobenen Vorderfuss ein mit kleinen Strahlen dicht besetzter Kreis, unter dem Bauch des Pferdes ein Д . Alldies erinnert also noch an die Philipper. Dieser Typ ist bereits grundverschieden von den Geprägen der Boier, weicht von diesen scharf ab und zeigt eher mit den norischen Geprägen eine Verwandtschaft, hauptsächlich was die Darstellungen der Vorderseiten betrifft. Bezüglich der Rückseiten repräsentiert er hingegen einen gänzlich selb­ständigen Typ. Streufunde des Typs sind auch aus entfernteren Gegenden bekannt, aber mit Nádasd als Fundmittelpunkt. Da der Typ nur mit denen aus Noricum eine Verwandtschaft verrät, müssen wir ihn den norischen Kelten zuschreiben. Seine Prägungszeit setzt Pink in die Jahre um 90. Mit dem Typ von Rákos völlig identisch nur viel roher in der Ausfüh­rung ist der sog. Velemer Typ. (T. IV. 22.) Der älteste Fund kam in Velem zum Vorschein, daher der Name, Velem ist einer der Orte in Transdanubien, wo ausser dem lokalen Typ auch aus anderen Gegenden stammende Stücke reichlich vorkommen. Man fand dort boisches Gold, norisches Geld und sogar Münzen, die in Gebieten südlich der Drau heimisch waren. Das sind aber nur einzelne Stücke. Gänzlich unabhängig von diesen ist der Lokaltyp, der bloss eine rohere Ausführung des Rákoser Typs darstellt. Auch da finden wir den bartlosen Kopf mit Kranz aus ebenfalls drei Punktreihen bestehend, doch sind die Haarlocken im Nacken in stilisierender Weise nur mehr durch ornamentale Linien angedeutet. Die Rückseite gibt Ross und Reiter sehr stilisiert wieder. Der Kopf des Pferdes ist entweder trompetenförmig oder in Dreiecksform gebildet. Im Zusammenhang mit dem Fund von Ostffy­asszonyfa 2 1 habe ich mich mit den Varianten innerhalb des Typs näher befasst. Auf Grund der bisherigen Funde ist das Komitat Vas das Verbreitungs­gebiet dieses Typs, vielleicht gerade mit Velem als Mittelpunkt, zumal da uns in diesem Gebiet einstweilen nur Velem als industrieller Mittelpunkt 2 1 Kerényi A., NK 52—53 (1953—54) 1 f.

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