Folia archeologica 11.
A. Kerényi: Gruppierung der Barbarenmünzen Transdanubiens
56 Л . Kerényi aus der Keltenzeit bekannt ist. Die zum Typ gehörenden umgeprägten Exemplare zeugen ebenfalls dafür. Man kennt nämlich aus den Funden mehrere Stücke, die ursprünglich einem anderen Typ angehört haben. Diese aus dem Ausland stammenden fremden Stücke wurden zum Teil eingeschmolzen und gaben ein Rohmaterial für die eigenen Münzprägung ab; es kam aber mitunter auch vor, dass man auf der alten Typ ganz einfach den eigenen aufschlug. Die als Streufunde zum Vorschein gekommenen Exemplare, unter ihnen Vertreter der fremden Typen, die gewisslich durch den Handel in das entfernte Gebiet gebracht wurden, sind Stücke, die zufällig verloren gegangen sind und so vor der Einschmelzung bewahrt blieben. Die Stücke des Velem-Typs sind im Stil minderwertiger, als die des Fundes von Rákos, somit ist auch ihre Entstehungszeit zweifellos in spätere Jahre zu verlegen. Die Entstehung des Velemer Typs wird von Pink in die Zeit um 70 gesetzt. Was aber die Frage betrifft, welchem Stamm unser Typ zuzuweisen ist, so war schon Göhl zu keinem anderen Endresultat gekommen als zu der Feststellung, dass einstweilen nichts Bestimmtes gesagt werden könnte. Vergleichen wir indessen die Typen von Velem mit den Geprägen Noricums, so gelangen wir zur Überzeugung, dass ein viel engerer Zusammenhang zwischen diesen zwei Typen und jenen von Noricum besteht, als dass ganz einfach nur von einer gegenseitigen Beeinflussung die Rede sein könnte. Bei den Keltenstämmen hatte sozusagen jede kleine Volksgemeinschaft ihre eigene Münze, und ich halte es keinesfalls für unmöglich, dass das durch diese zwei Münztypen repräsentierte Volk nur ein Teil der Taurisker gewesen sein dürfte, deren Macht sich über ganz Noricum und auch über das Burgenland erstreckte. Unseren Weg in der Richtung gegen Süden fortsetzend kommen wir zum Typ der im Fund von Zichyújfalu (Komitat Fejér) zum Vorschein gekommen ist, dem sogenannten Triskeles-Typ. (T. IV. 23.) Hinsichtlich der bisher besprochenen Typen sehen wir, dass bei ihrer Ausbildung entweder das benachbarte Noricum als Vorbild galt oder der über Gallien bis nach Transdanubien ausstrahlende römische Einfluss sich geltend gemacht hat. Dagegen zeigt der Typ von Zichyújfalu den ungestörten Einfluss der Philipper. Die Vorderseite trägt den Zeuskopf, die Rückseite ein Reiterbildnis (Dess. 329— 379). Anhand der Augenbildung des Zeuskopfes der Vorderseite kann der Typ in drei grössere Gruppen geteilt werden, je nach dem das Auge durch einen kleinen Punkt und eine ihn umgebende Bogenlinie angedeutet ist, ob bloss ein fast senkrechter kleiner Strich das Auge andeutet oder ob das Auge überhaupt nicht dargestellt und die Stelle unter den starken Augenbrauen leer ist. Der Reiter der Rückseite hat keine Füsse, nur der Oberkörper ist abgebildet; der Kopf hat die Form eines umgekehrten Fragezeichens mit einem Punkt in der Mitte, der das Auge andeuten soll, oft aber auch fehlt. Die eine Hand des Reiters hängt hinter seinem Rücken herab, die andere hält er vorn hoch, wie bei den Philippern. An Stelle der ursprünglichen Schrift ist oben, _n_J, im Feld vor dem Pferd und nach rechts kehrt < , zwischen den Vorderfüssen des Pferdes П, und unter dem Bauch desselben Triskeles. In 1958 kam wieder ein grösserer Fund im Gebiet von Intercisa zu Tage. Der grösste Teil besteht aus Stöcken des Typs von Zichyújfalu, doch sind