Folia archeologica 11.

A. Kerényi: Gruppierung der Barbarenmünzen Transdanubiens

GRUPPIERUNG DER В A R В A R E N M U N Z E N TRANSDANUBIENS Die ungarische archäologische Forschung sieht sich der wichtigen Aufgabe gegenüber, jene Probleme zu lösen, die sich an Geschichte, wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Völker knüpfen, die seit den ältesten Zeiten auf dem Boden Transdanubiens gelebt haben. Dieser Teil Ungarns war — den Zeugnissen der archäologischen Funde zufolge — bereits seit der Stein­zeit bewohnt. Da aber nicht stets dasselbe Volk hier sesshaft war, sondern von Zeit zu Zeit neue Völkerwellen die alten ablösten, findet der Forscher in Transdanubien die Hinterlassenschaft verschiedener Völker aus verschiede­nen Zeitaltern vor. Die letzte Völkerwelle, die Transdanubien überflutet hätte waren unmittelbar bevor die Römer dieses Gebiet eroberten, verschie­dene keltische Stämme. Das war die erste Völksgruppe in diesem Gebiet, die sowohl in inländischer als in ausländischer Beziehung zur Geldwirtschaft übergegangen war. Hinsichtlich solcher Völker über die zeitgenössische schriftliche Quellen entweder überhaupt nicht oder nur ganz spärlich und lückenhaft vorhanden sind, erweisen sich — neben anderen archäologischen Denkmälern — auch die Münzen dieser Völker als ein ungemein nützliches und wichtiges Quellen­material für den Forscher, aus denen auf die wirtschaftlichen und kulturellen Einrichtungen dieser Völker und auf ihre Beziehungen zu den fremden Völ­kern wichtige Schlussfolgerungen gezogen werden können. Nun besitzen wir bekanntlich kaum Quellen über die Kelten; eben deshalb ist bei der Bearbei­tung ihrer geschichte in Transdanubien auch die Kenntnis ihrer Münzen un­entbehrlich. Pink 1 und Stähelin 2 suchen den Stammsitz der Kelten in Ostfrankreich und Süddeutschland. In der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends v. d. Zw. verliessen die Kelten in grossen Scharen ihre ursprünglichen Wohnsitze 3 und zerstreuten sich in alle Windrichtungen. Um 400 v. d. Zw. erreichten sie auch Transdanubien. Die Kelten, die sich hier ansiedelten lösten sich von ihren in der alten Heimat verbliebenen oder nach anderen Gegenden gewanderten keltischen Brüdern nicht gänzlich los, ihre kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen blieben auch weiterhin bestehen 4. An ihren 1 Pink , К., Einführung in die keltische Münzkunde mit besonderer Berücksichtigung Österreichs. Arch. Aust. 6 (1950) 2. 2 Stähelin, F., Die Schweiz in römischer Zeit. (Basel 1931). "Fi/ip, J., Keltövé ve stredni Evropë. (Praha 1956) 17.; Paulsen, R., Les migrations des tribus celtiques ou gauloises d'après le témoignage des monnaies celtiques. Congr. Int. d. Num. Paris 6—11 Juillet 1953. II. (Paris 1957) 429—432.; Poulik, J., Z hlubln vèku. (Praha 1956) 144.; Castelin, K., Keltövé na poéátku druhého stoleti pred n. 1. Num. listy 13 (1958) 77. 4 Göhl 0., NK 2 (1903) 30 ff.

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