Folia archeologica 11.

Németh Annamária: Henrik croiai püspök pecsétnyomója

134 A. Németh Im Jahre 1383 finden wir Henricus de Wylstein an der Spitze des Episko­pats von Triest, ein Jahr, nachdem die Stadt unter österreichische Oberhoheit geraten war. Man kann daher als wahrscheinlich annehmen, daß er in den Dienst der Habsburger getreten war, die ihn mit der kirchlichen Leitung ihres neuen Besitzes betrauten. Er dürfte aber den Erwartungen der Habsburger nicht entsprochen haben, denn im Jahre 1396 sehen wir ihn bereits in einem ärmeren Bistum von minderer Bedeutung, dem Episkopat von Pedena. Auf dem Siegelstempel ist ein dreinischiger Flügelaltar dargestellt. In der mittleren Nische steht die Madonna. Zu ihrer Rechten befindet sich eine heilige Frau, die wir nach ihren Attributen als die heilige Clara anzusehen haben. Die Nische links von der Madonna wird von einem Heiligen einge­nommen, in welchem wir durch das Wappen auf seinem Schild und seine anderen Attribute geleitet, den heiligen Wenzeslaus vermuten. Die zwei Heiligen können in der Rolle als Schutzpatron Böhmens einerseits, und als Schutzpatronin des Franziskanerordens andereseits, mit unserem Bischof in Verbindung gebracht werden. Den unteren Teil des Petschaftsbildes nimmt die kniende Gestalt des Donators ein, mit je einem, gegenwärtig noch ungeklärten Familienwappen­schild zu beiden Seiten. Auffallend am Bild ist eine gewisse Diskrepanz zwischen den architek­tonischen und figuralen Elementen der Darstellung, insofern bei den ersteren die Formgebung als gelungener betrachtet werden kann. Einzelheiten an der Madonnengestalt zeigen in ihrer Form gewisse Übereinstimmungen mit der Mariengestalt an dem aus dem XIII. Jahrhundert stammenden Siegel des Ad monter Konvents. Gewisse Stilmerkmale weisen unser Typarium in den deutsch-böhmischen Kulturkreis, somit dürfte auch sein Meister da zu suchen sein. Auch die geschichtlichen Daten, die sich auf die Person seines Besitzers Henricus de Wvlsteins beziehen, bekräftigen diese Annahme.

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