Folia archeologica 10.

A. Cs. Sós. Das frühawarenzeitliche Gräberfeld von Oroszlány

Das friihawaren^eitlichs Gräberfeld von Oroszlány unter den Funden in Ungarn eine enge Verbindung mit dem Fundmaterial des städtischen Gräberfeldes von Pécs. 3 Im Grab 29 des Gräberfeldes von Pécs hat man ein entsprechendes Exemplar zu den Eimern von Oroszlány gefun­den, welcher sowohl im Mass als auch in der Verzierungsweise seiner Reifen übereinstimmende Züge zeigt (an den Rändern getriebene doppelte Perlen­reihe). 4 Ein anderer Fund des Gräberfeldes von Pécs, welcher sich an die Fun­de von Oroszlány eng anknüpft, ist der aus dem Grab 6 stammende, aus Bron­zeblech verfertigte trapezförmige Anhänger, der am unteren Rand mit dop­pelter, getriebener Perlenreihe, am oberen Rand mit spiralig gewickelter Drahtschlinge versehen ist. In dem Grab 6 des Gräberfeldes von Pécs kamen aus der den Schädel umgebenden Erd 5 dieser Anhänger zum Vorschein. 5 Auch die Fundumstände der Anhänger sind die gleichen: an beiden Fundorten gehörten sie zum Kopfschmuck. In dem ungestörten Grab 16 von Oroszlány konnte man diesen Kopfschmuck genau beobachten (Abb. 21.): unter dem Schädel teils an dem Scheitelbein haftend, teils ein wenig nach links gerutscht, war ein 10—11 cm langer, cca 6 cm breiter Lederrest, an dessen unterem Rand auf einer etwa 3 cm breiten Fläche dicht nebeneinander, beziehungsweise untereinander die bronzenen Anhänger auf der unteren Lederseite erscheinen. Sie befanden sich also auf der äusseren Seite. Es waren insgesamt 24 An­hänger, die aufgelesen werden konnten: kleinere und grössere (im Durch­schnitt 1,2 cm lange), die oberen Ende waren gerade oder rund abgeschnitten. Es gibt auch einen anderen Typ: an demselben Bronzedraht hängen zwei An­hänger. Nach dem Beobachtungen bei der Grabung waren sie in zwei dichten Reihen nebeneinander geordnet im allgemeinen so, dass sich die Anhänger der unteren Reihe je zwischen zweien der oberen Anhänger befanden. Die Anhänger der oberen Reihe deckten die spirale Schlingen der unteren Reihe. Aus diesen Beobachtungen entnehme ich, dass dieses mit aufgenähten Hängegliedern verzierte Lederband eine Haarbinde gewesen ist, welche an den verjungten Enden mit einem schmalen Textilband versehen war, die Bänder waren unter dem Haar, eventuell unter dem Haarzopf, festgebunden (Abb. 21.). Auch die Zeitstellung der Gräber von Oroszlány können wir durch die Funde von Pécs genauer bestimmen: in Grab 18 fanden sich Halsschmuck aus getriebenem Blech und Kolbenarmringe, die man auf Grund der Analo­gien von Szentendre in den Aufang des 7. Jahrhunderts setzen kann. 6 Dieser Zeitbestimmung, steht in Oroszlány, wie wir sehen werden, nichts entgegen: die Funde sind nicht jünger als die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts. Im Fundstoff vom Gräberfeldes von Pécs sondert sich eine Gruppe ab, welche in unserem frühawarenzeitlichen Material nur ganz vereinzelt gegen­über den übrigen charakteristischeren Gegenständen, vorkommt wie Steig­bügel mit länglich viereckigen Ösen und gepressten Rosetten. Hierher ge­hören, ausser den bereits erwähnten Eimerbeschlägen und den Anhängern des Kopfschmuckes von Grab 6 der Halsschmuck des Grabes 18, der aus runden Scheiben besteht, die mit kleinem Quersteg versehen sind; an ihrem unteren 3 Marosi A., MKÉ 2(1908) 42 ff und MKÉ 3(1909)S. 103 ff. 4 Marosi A., MKÉ 3(1909) S. 106. 5 Marosi A., MKÉ 2(1908) S. 43. 6 M. Poll K., Arch. Ért. 67(1934) S. 56. 8*

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