Folia archeologica 10.

A. Cs. Sós. Das frühawarenzeitliche Gräberfeld von Oroszlány

116 A. Cs. Sós Teil schliessen sich trapezförmige Anhänger. Die Verzierung besteht aus ge­triebenen Perlenreihen und Punktkreisen in Relief. 7 Zu diesen kann man auch die in der Brustgegend gefundenen, an beiden Enden spiralig eingerollten Drahtverzierungen zählen. 8 In der Verbreitung der obigen Funde in Ungarn ist das Grab 1 von Cserkút (Kom. Baranya) das erste Verbindusgsglied durch die Anhänger der Gräber 18, 19 und 6 des Gräberfeldes von Pécs. Unter den verschiedenen Blechanhängern des Fundes von Cserkút befindet sich ein viereckiger auf die Spitze gestellter Anhänger, dessen untere Spitze in zwei Teile gespalten sich als schlangenförmig gewundener Draht in ein Trägerglied für vier tropfen­förmige Hängeglieder fortsetzt. Der obere Teil, sowie die vier Anhänger sind mit getriebenen Motiven verziert: an den Ränder mit doppelter Perlen­reihe, im mittleren Feld des Oberteiles verläuft ein Punktkreis in Relief. 9 Dieser Anhänger ist nach Form, Konstruktion und Verzierung zweifellos mit den Verzierungen der Gräber 18 und 19 von Pécs in Verbindung zu brin­gen. In Technik und Verzierung aber kann er von dem Anhänger in umge­kehrter Herzform aus demselben Grab, dessen Rand ebenso mit doppelter Perlenreihe und die Fläche mit vier Punktkreise verziert ist, nicht getrennt werden. 1 0 Den ganzen Fund stellt ein Kolbenarmring ebenfalls in die erste Hälfte des 7. Jahrhunderts. Der Typus des zum Grab gehörenden lango­bardischen Fibelpaares, auf dessen Bedeutung wir noch zurückkommen, erscheint von der Mitte des sechsten Jahrhunderts an. 1 1 Zum Fund gehören auch zwei Ohrringe mit Granulation, die dem Typ der sogenannten Ohrringe mit Sternanhänger angehören (ebendort Fig. 61, 1, 4. Einige Anhänger blei­ben unerwähnt, da sie in dem unterschiedliches Material enthaltenden Fund nicht zu den uns interessierenden Typen gehören) zu welchen Katalin M. Poll die Ohrringe des Fundes von Cadjavica als Analogien erwähnt. Zwischen dem Fund von Cadjavica und dem Fund von Cserkút halte ich aber nicht dieses für die entscheidende Verbindung. Von grösserer Bedeutung ist ein runder, mit getriebener Verzierung versehener Blechanhänger, am Rand mit doppelter Perlenreihe, darin vier Punktkreisen in Relief. Fettich, der den Fund von Cad­javica um 550 ansetzt, und ihn den Denkmälern der Martinovika-Kultur zu­teilt, bemerkt, dass diese Scheibe sich vom einheitlichen Bild des Fundes ab­sondert: „Wie tiefgehend aber ethnologische Probleme bei solchen Funden erfasst werden können und müssen, kann uns das Vorkommen eines scheinbar ganz unbedeutenden Fundobjektes von Cadjavica. .. zeigen". 1 2 Er geht aber auf die Bedeutung des Anhängers nicht weiter ein, der bemerkt nur: „Soll es hier nun um ein Weiterleben des Geschmackes der illyrischen Volksschicht" wie Katharina Márki Poll schreibt... handeln". Zu dieser Ansicht scheint er auch in seiner 1951 erschienenen Arbeit zu neigen, als er die „urgeschicht­' Marosi A., MKÉ 3(1909) S. 104. « Marosi A., MKÉ 3(1909) S. 105, 108. 6 M. Poll K., op. cit. S. 61., Abb. 7. 1 0 M. Po// К., op. cit. S. 61., Abb. 8. 1 1 I. Bona ordnet die Fibeln von Cserkút dem' mitteleuropäischen Typus der langobar­dischen Fibeln zu. Zeitbestimmung nach den italienischen Analogien (Bona I., Acta Arch. Hung. 7(1956) S. 208. 1 2 Fettich N., Der Fund von Cadjavica. VHAD N. S. 23(1941—42) T. III. 8, 8a und S. 60.

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