Folia archeologica 9.

Sándor Bökönyi: Mitteleuropäische vorgeschichtliche Büffelfunde

Mitteleuropäische vorgeschichtliche Biiffelfiinde 41 erster Reihe auf Grund des gegenseitigen Verhältnisses der vier Schädel­knochen (os frontale-os parietale-os temporale-os sphenoides), doch stellt er fest, dass dieser Büffel keiner einzigen fossilen Form nahe steht, am nächsten vielleicht noch-verhältnismässig — dem Buffelus platyceros Falc. (aus Siwalik). Den Büffel von Steinheim datierte der Verfasser seinerzeit auf irgendein Inter­glazial der Eiszeit, Adam verlegt ihn jedoch — auf Grund des in neuester Zeit zum Vorschein gekommenen reichhaltigen Materials — in das Mindel —Riss oder in das Riss. 1 7 An die hier angeführten europäischen fossilen Büffelfunde schliessen sich zwei subfossile Funde an. Der eine stammt aus dem neolithischen Fundort Frumusica in der Moldau. 1 8 Der Fund wurde aus dem Material des eben genannten Fundortes von Botez und Necrasov — doch nicht mit völliger Sicherheit — bestimmt. Bisher ist uns nur ein einziger mit voller Sicherheit als Büffel bestimmbarer subfossiler Fund aus Danzig bekannt. Dieser Fund besteht aus zwei Hornzapfen, die zum ersten Male von Baer untersucht wur­den, der auf Grund dieser beiden Hornzapfen — unter der Bezeichnung Bubalus Pallasi — eine neue Büffelart beschrieb. Später wurden dieselben zwei Hornzapfen von La Baume neuerdings untersucht, der dabei zur Fest­stellung gelangte, class sie von Hausbüffeln stammen, die aller Wahrschein­lichkeit nach zur Zeit der dortigen Herrschaft des Deutschen Ritterordens nach Danzig gelangten. 1 9 Das seltene Vorkommen der europäischen Büffelfunde darf uns nicht überraschen. Der Büffel ist ein in warmen Zonen lebendes Tier, das dort in der grössten Anzahl und im grössten Formenreichtum beheimatet ist. Kommt er nun in der Fauna irgendeines Fundortes vor, so deutet dieser Umstand auf das an diesem Fundort damals herrschende warme Klima. Diese Verliebe für das warme Klima bezieht sieh natürlich nur in geringerem Masse auf den Haus­büffel, doch selbst dieser isl nördlicher vom Karpatenbecken höchstens nur mehr vereinzelt anzutreffen. Mit der Besserung oder Verschlechterung des Klimas änderte sich zu wiederholten Malen das Verbreitungsgebiet des wild lebenden Büffels. Darauf weist sein Vorkommen in den Interglazialperioden Deutschlands, doch auch Hilzheimer 2 0 verdanken wir diesbezüglich wertvolle Angaben. Hilzheimer bewies nämlich auf Grund zahlreicher Darstellungen, dass der Arnihiiffel — dessen Verbreitungsgebiet sich heutzutage nur mehr auf Indien beschränkt — im III. Jahrtausend v. u. Z. (vielleicht etwas früher) —, in der Tigris- und Euphrates-Gegend beheimatet war. Die späteste der­1 7 Adam , K. D., Die mittelpleistozänon Faunen von Steinheim a, d. Murr (Würt­temberg). Quaternaiia 1(1954) S. 131—144.: Dors. Verfasser erwähnt. (a.a.O. S. 314.), dass auch in dem an tier Elbe liegenden Schönebeck ein Büffelschädel zum Vorsehein kam, der gleichfalls in die asiatische Gruppe gehört und gleichaltrig mit dem Fund von Steinheim ist. Leider geht aus der von Adam mitgeteilten Literatur nicht hervor, von wen der Fund beschreiben wurde. 1 8 Matesa, &'., Frumusica. (Bukarest I 94(i) S. 42. Xach den dortigen Bestimmungen ist der zum Vorschein gekommene Büffel kein Haustier. 1 9 La Baume, WSubfossilo Reste von zahmen Büffeln aus der Gegend von Danzig. Ostdeutsch. Naturw. 1925. S. 435—438. Zit. hei Berckliemer (a.a.O. S. 146.) 2 0 Hilzheimer , MSäugetiorkund о und Archäologie. Zeitsehr. f. Säugetierkunde 1(1926) S. 140—169.

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