Folia archeologica 5.

Párducz Mihály: Deszk-újmajori szarmatakori temető

92 PÁRDUCZ : GRÄBERFELD AUS DER SARMATENZEIT IN DESZK-ÚJMAJOR 92 12, 13). 3. Tiefe Schüssel aus gut geschlämmtem, grauem Ton (Taf. XI 13, 13a). Grab. 14. 60 cm langes Skelett in 80 cm Tiefe. Mit dem Kopf nach SO, mit den Beinen nach NW gerichtet. Unter dem Hals Eisenbruchstücke, vielleicht Reste einer Fibel (Taf. VI. 25-30). Grab. 15. 132 cm langes Skelett in 65 cm Tiefe. Neben dem rechten Oberbein ein Spinnwirtel, aus einem grauen Gefässboden geschnitten (Taf. VI. 18). Grab. 16. Ein 156 cm langes, in 92 cm Tiefe liegen­des Skelett, mit dem Kopf nach SO, mit den Beinen nach NW gerichtet. Beigaben : 1. Bei den Füssen ein grauer Topf (Taf. XI. 17, 17a). 2. Am rechten Unterarm die Bruch­stücke eines Bronzearmbandes (Taf. VII. 2-16). 3. Am linken Handgelenk ein Armband aus Bronzeblech mit breiten Enden (Taf. VII. 27, 17). 4. An selber Stelle Bruch, stücke eines Eisenarmbandes (Taf. VII. 23—26). 5. Unter dem linken Unterarm ein Eisenmesser mit der Spitze gegen den Kopf gerichtet (Taf VI. 31). 6. In Fortsetzung des Messers ein geschlossener Eisenring (Taf. VI 17). 7. Unter dem Messer eine Kreideperle (Taf. VI. 15). 8. Von der rechten Schulter beginnend Kalzium- und Bernsteinperlen ; letztere auch auf der linken Seile iTaf. VI. 14, 16). 9. An der inneren Seite der linken Schulter die Drahtspirale einer Scheibenfibel (Taf. VII. 18) ; dann rostüberzogene Bein­splitter (Taf. VII. 19, 20;. 10. Unter dem Kinn ein Hals­ring aus schlechtem Silber (Taf. VII. 1). 11. Zwischen Kinn und Halsring drei ineinanderhängende Bronzeringe. Nur Bruchstücke konnten geborgen werden (Taf. VI. !9 —24). Die Gegenstände 14-16, 19-24 von Taf. VI und I. von Taf VII sind wahrscheinlich Teile einer Halskette. Die Perlen und die geschlossennen Bronzeringe waren an die beiden Enden des Halsringes gehängt. 12. An beiden Beinen mehrfach umgewickelt weisse, blaue, rote und grüne Glas- und Pastenperlen (Taf. VIII. 1), auch Kalzium­und Almandinperlen (VIII. 2, 3). Grab. 17. 166 cm langes Skelett in 100 cm Tiefe, mit den Beinen nach NW gerichtet. Beigaben : 1. Bronze­fibel (Taf. VII. 29, 29a). 2. Im Becken eine Ahle aus Eisen (Taf. VII. 21, 28). 3. Über dem Gelenk des linken Schenkels, querüber, ein Eisenmesser (Taf. VII. 22). 4. An der inneren Seite des linken Schenkels eine bügeiförmige Schnalle mit Befestigungsplatte aus Bronze (Taf. VII. 30, 30a). Die obere Platte ist viereckig, die untere halbrund. 5. Bei den Füssen ein kleines Gefäss, aus grauem, gut geschlämmtem Ton (Taf. XI. 4, 4a). Grab. 18. In 97 cm Tiefe ein 142 cm langes Skelett« mit den Beinen nach NW gerichtet. Beigaben : 1. Um die Unterschenkel in mehrfachen Reihen gewickelte Perlen­schnüre aus weissen und roten Paste- und blauen Glasper­len, blaue Tonperlen, grössere Kalziumperlen (Taf. IX. 1). 2. Unter dem rechten Unterarm die Bruchstücke einer runden Dosenfibel (Taf. IX. 10-12, X. 2,4-8). 3. Am selben Ort blaue Glasperlen, Almandin- und Bernsteinperlen (Taf. X­3, 9 — 13, 21—22). 4. Unter dem linken Unterarm ein Paar aus Bronzedraht verfertigte Armbänder (Taf. IX. 2,3). Über der linken Handwurzel blaue und rote Glas-, Almandin-, Kalzium- und Steinperlen (Taf. IX. 4—9). 5. Neben dem lin­ken Arm eine Eisenplatte, wahrscheinlich Bruchstück eines Messers (Taf. IX. 13—17, X. 1). 6. Teile einer Bronzefibel, über der Brust (Taf. X. 27), und die dazugehörigen Bruch­stücke der Drahtspirale (Taf. X. 24. 26). 7. Teil einer Fibel (Taf. X. 25). 8. Unter dem Hals Perlen, vielleicht identisch mit den auf Taf. X. 14 -16, 18—20 sichtbaren Bernstein­perlen. Das runde Stück auf Taf. X. 17 ist aus Bronze. 9. Ein Ohrring aus schlechtem Silber, von unbestimmter Stelle des Grabes (Taf. X. 23). * Aus der Lage der Gräber (Abb. 1) ist er­sichtlich, dass die Bestattungen nach einem bestimmten System erfolgten. Die Gräber Nr. 1—5 und 6 — 10 liegen in zwei Reihen. Doch die Gräber Nr. II —15 zeigen schon keine Reihe mehr, noch weniger die Gräber Nr. 16 — 18. Bei letzteren muss man aber beachten, dass das Gräberfeld noch nicht ganz ausgegraben ist. Bei acht Gräbern ist die Richtung S —N, mit dem Kopf nach S, bei fünf SO —NW, mit dem Kopf nach SO, bei fünf Gräbern konnte die Richtung nicht festgestellt werden. Uber den Beslattungsbrauch konnte man in den Gräbern Nr. 6 und Nr. 10 Beobachtungen machen. Eisenklammern kommen in Gräbern dieser Zeit sehr oft vor, die Anwendungsweise des Grabes Nr. 6 ist aber bisher unbekannt (Taf, XI. 1). Genau beobachtete Eisenklammern kennen wir aus Szentes—Zalota, 2 Debrecen, 8 Jászalsószent­györgy. 4 Lajos Zoltai hat auf Grund der Beobach­tungen der Ausgrabungen des Debrecener Mu­seums 5 jene Bestattungsweise rekonstruiert, bei der diese Klammern verwendet wurden. 8 Man liess in der Grube an beiden Enden je eine fusshohe Erdbank stehen, auf diese wurden, den Toten bedeckend, 2—3 Bretter oder Bohlen der Länge nach gelegt. An den Enden fasste man dieselben mittels der Klammern zusam­men. In unseren Gräbern Nr. 6 und Nr. 10 können es höchstens zwei Bretler oder Bohlen gewesen sein. Zu den charakteristischen Stücken der Gräberfunde gehören die geschlossenen Ringe mit umgewickelten Enden (Taf. I. 2, 2a, 3, 3a, VI. 19—24). Dieser *Typ stammt wahrscheinlich noch aus der La Tène-Zeit. Die Ohrringe mit Öse und Hacken an den Enden kennen wir im allgemeinen aus Funden des III —IV. Jh.-s n. Chr. Die Stücke auf Taf. 111. 4, 4a. X 23 stammen aus dem Gräberfeld. Charakteristischer ist aber die zweiteilige Halskette. Der eine Teil besteht aus mehrfachem, gedrehtem Draht mit Schlei­2 A. E. 1906. S. 50-55. 3 Dolgozatok. 1931. S. 153-160. 4 A. E. 1901. S. 121-138. s Debreceni Jelentés, XXII. 1927. S. 17-18. 6 Aus den handschriftlichen Aufzeichnungen Lajos Zoltais.

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