Folia archeologica 3-4.
Csallány Gábor: Újabb honfoglaláskori leletek szentes környékéről
192 CSALLÁNY G.: NEUERE FUNDE DER LANDNAHMEZEIT AUS SZENTES von Galgóc und von Tarcal, 1 2 ähnlich. An der inneren Seite des rechten Ellbogens lagen auf den unteren Rippen zwei Pfeilspitzen aus Eisen (Taf. IV, 36 und 41—42). Die eine ist schmal und länglich, die andere breit und kürzer. Nahe zu diesen, am Ende Der Wirbelsäule, rechts, lag eine Bronzeschnalle mit Platte (Taf. III, II 46). Der Schnallenring ist ellipsenförmig und an die viereckige Platte mit einem Eisennagel befestigt. Die Schnallenplatte hat an den beiden Längsseiten Schnurverzierung, im Mittelteil aber in plastischer Arbeit das Bild eines Greifen dessen Körper mit Linien verziert ist. Unter dem Tierbild befinden sich drei blattähnliche Formen. Der rückwärtige Teil des Greifen ist bei Verbreiterung des Riemenloches verstümmelt worden. Schnallen ähnlicher Form und Ausführung kennen wir aus Tiszabura 1 3 und Aboba-Pliska (Bulgarien), 11 auf welchen aber statt des Greifen, Löwen abgebildet sind. Ich kenne keine andere ähnliche Darstellung. Dennoch können beide gemeinsamen, byzantinischen Ursprunges sein. An der rechten Seite des Beckens lagen die Reste eines Eisenringes (Taf. IV, 9), vielleicht vom Bogenköcher. Auch an der rechten Seite lagen Eisenstäbchen und Bänder mit Stiften (Taf. IV, 33—35), wahrscheinlich Rippen des Köchers. An der linken Seite des Skeletts lagen der Länge nach die Knochen und der Schädel eines Pferdes. Grab 3. 112 cm langes Mädchenskelett in 70 cm Tiefe, mit den Füssen gegen О gerichtet. Arme und Beine gestreckt. An der rechten Seite des Kopfes lag ein runder Ohrring aus Silber (Taf. III, 3). Am Halse zwei Silbermünzen (Taf. III, la, lb und 2a, 2b). Beide haben am Rande je zwei Löcher zur Befestigung. Beide sind Mailänder Münzen, die eine des Ugo I. di Provenza (926—945), die andere Ugo II. und Lotario (Q3 1—950). Es ist möglich dass dortige Missionäre die Münzen den getauften heidnischen Ungarn mitbrachten, vielleicht auch das Kreuz einem Kinde brachten. Am Hals war noch ein halbkugelförmiger Metallknopf mit Öse zum anhängen (Taf. III, 4). Nahe zum Hals auf der Brust lagen zwei Silberblech-Rosetten, (Taf. III, 5), beide zerbrochen. 1 2 Fettich Nándor, а. а. О., Taf. LI und XLI, XLIV, XLV. 1 3 Horváth Tibor, Honfoglaláskori sírok Tiszaburán. Archaeologiai Értesítő, 1934, Abb. 103 u. 105. 1 4 Horváth Tibor a. a. O., Abb. 106. Szentes III. Fund von Tömörkény-Piactér Im Jahre 1937 fand man in der Gemeinde Tömörkény im Komitate Csongrád, bei Erdarbeiten am Marktplatze zwei Skelette (Abb. 4). Leider wurden bei dieser Gelegenheit nur die Skelette vor der Verwüstung bewahrt, das eine wurde mit einigen Beigaben das Gemeindehaus übertragen und aufbewahrt, das andere lag in der Grube aber ohne Beigaben. Grab 1. Die Masse von Grab und Skelett konnte man nicht mehr bestimmen, angeblich war die Tiefe 110—120 cm. Das Männerskelett lag mit den Füssen gegen O, mit gestreckten Gliedern. Da man sich um die Beigaben nicht kümmerte, konnten nur wenige davon geborgen werden. Aus den geretteten Stücken ist zu erkennen, das es die Beigaben eines vornehmen Kriegers der Landnähmezeit gewesen sein können. Das wichtigste und am besten erhaltene Stück ist ein Eisenschwert (Abb. 5, 1). Die in drei Teile zerbrochene einschneidige Klinge ist 54 cm lang, der Rest der Parierstange 5 cm etwas gebogen. Zur Befestigung der Parierstange diente ein 7 mm dicker und 22 mm langer Eisennagel. Das Ende der Parierstange ist rund, das andere fehlt. Aus den übriggebliebenen Stücken des Steigbügels ist zu erkennen, dass er einen breiten flachen Aufhängehenkel hatte (Abb. 5, 2), auch die Seitenteile warer) eher breit als rund. Zwei Pfeilspitzen (Abb. 5, 5—6) die eine flach und breit, die andere dreiflügelig, der Dorn fehlt. Ein grösserer Eisenring (Abb. 5, 7), diente vielleicht zur Befestigung des Schwertes. Grab 2. In 110 cm Tiefe ein Skelett von 153 cm Länge, mit den Füssen gegen О gerichtet. Im Grab soll nur eine Beinplatte (Abb. 5, 4) von der Mitte eines Bogens gewesen sein. Sie ist von allgemeiner Form, die beiden Enden sind defekt, Länge 13 cm. Nach Angabe der Leute die das Grab fanden, war sonst nichts vorhanden, was ich aber nicht glauben kann. Wenn die geschilderten Funde auch teilweise nur fragmentarisch und die Angaben darüber unvollständig sind, gibt doch die Reichhaltigkeit und Vielfältigkeit derselben neuere Stützpunkte zur Bewertung der Kultur und der Ansiedelungs-Geschichte des landnehmenden Ungarntums. Gábor Csallány