Folia archeologica 3-4.
Alföldi András: Antik ábrázolások az euráziai lovaspásztorok kulturalkatának ismeretéhez
ALFÖLDI: ANTIKE DARSTELLUNGEN ZUR KENNTNIS DER KULTUR DER REITERHIRTEN 179 Freilich begegnen wir auch in Afrika dem Fangstab, doch wird dies nur ein sekundäre^ Verbreitungsgebiet sein. 3 2 Und wir haben es schon angedeutet, dass die Fauna des Sarkophagreliefs aus Rom (Abb. 2) entschieden auf den skythischen Norden hinweist. So scheint es anzunehmen zu sein, dass der Stab-Lasso auf dieser römischen Skulptur und auf der NielloPlatte von Florenz irgend eine Spiegelung der mongolischen Kultursphäre bei den pontischen Skythen sein muss. Weitere Klärung erwarten wir von den Kennern der nordasiatischen Ethnographie. 2. Der Ritus der Anerbietung des Kelches. Der byzantinische Literat Priskos, der mit einer Gesandtschaft den mächtigen Hunnenkönig Attila im J. 448 aufgesucht hatte, erzählt uns folgende zerimonielle Sitte dieses Volkes: 3 3 «Als Attila zu den Gebäuden angelangt ist, die dem Onegesios gehört haben — denn durch diese führte der Weg in den königlichen Palast —, kam die Frau von Onegesios mit einer Schar von Mägden heraus, von denen die einen Speisen, die anderen Wein trugen. Dieses (Anerbieten) ist die höchste Ehre bei den Skythen. (Die Frau) hat ihn gegrüsst und forderte ihn auf, um daraus zu kosten, was sie ihm liebedienerisch angeboten hat. Jener aber, dem Weib seines getreuen Vertrauten zuliebe, hat auch etwas gegessen, so wie er war, zu Pferde, nachdem die Barbaren in seiner Umgebung die Platte — es war aus Silber — hochgehoben haben. Auch trank er aus dem Becher, der ihm angetragen worden und ging dann in seinen Palast...» Dieselbe Gepflogenheit ist bei den nordasiatischen Völkern überall anzutreffen, wo das Glück des Zufalls uns überhaupt etwas aus ihrer Vergangenheit und Lebensweise verrät. Wir entnehmen ein erstes Beispiel dem Werke von d'Ohsson: «Le lendemain, le prince Kiptchac... se rendit ä Courban-Schira, ou Ghazan avait fait halte. Apres avoir offert des mets et pré3 2 G. Lindblom, Kultur und Rasse, zum 60. Geburtstag O. Reches 1939, 386 ff. Vgl. noch R. Lehmann— Nitsche —G. Friderici, Ursprung und Verbreitung von Lasso und Wurfkugeln (Zeitschr. d. Deutschen Wiss. Vereins zur Kultur- und Landeskunde Argentiniens 6, 1920, 81 ff. (Hinweise von B. Gunda). 3 3 Excerpta de legationibus Romanorum, ed. C. de Boor, p. 134, v. 15 sqq. senté la coupe, il lui dit ...» etc. 3 4 — Doch bleibt zumeist aus diesem Vorgang das Anbieten von Speisen weg und allein die Anerbietung des Kelches macht die Zeremonie aus. Nehmen wir dafür wieder ein Beispiel aus dem mongolischen Hofe: 3 5 «Le prince Argoun... reecut en route la nouvelle de la mort (de son pere Abaca) et se rendit ä Méraga, ou les Khatounes et les princes du sang lui présenterent la coupe suivant l'usage». Auch hier ist es klar, dass diese Anerbietung die grösste Ehre ist, die man dem Herrscher erweisen kann, es ist nicht nur eine Huldigung, sondern zugleich ein Unterwerfungsakt; eine Loyalitätsbezeugung, dessen Gegenstück, die Annahme des Getränks durch den Herrscher, eine oberste Gunsterweisung gewesen. Die Beschreibungen der mongolischen Herrscherweihen unterlassen es selten, diese Sitte anzuführen. Ihre Eigenart ist bei einem Fall gut zu fassen, wo der Khan die Gunsthascherei des Offerierenden nicht gerne annehmen wollte, 36 — ebenfalls eine Begebenheit am mongolischen Hofe. «Dans un festin royal Schems-ud-din avait présenté trois fois la coupe ä son maitre, sans que се prince eut voulu recevoir de sa main. Le ministre ne se rebuta pas, tant il désirait de faire cesser la joie maligne de ses ennemis; il offrit la coupe une quatrieme fois. Alors Abaca lui tendit, au bout de son couteau, un morceau d'une viande impure pour un Mahométan. Le vézir, apres avoir baisé la terre, mangea се morceau, et le khan but le verre qui lui était présenté, puis il dit ä ses courtisans: voilä un homme bien obstiné; vous voyez que mes refus ne l'ont pas rebuté; mais s'il n'eut pas accepté la viande, je lui enlevais l'oeil avec la pointe de се couteau !...» Wie gesagt, war diese Zerimonie auch sonst verbreitet. Wir lesen über den Besuch eines chinesischen Kaisers bei dem Khagan der Türken : 37 «L'empereur (chinois) ... alia visiter Ki-min dans sa résidence. Ki-min lui présenta une tasse de vin en lui souhaitant une grandé longévité...» 38 In China selbst finden wir dieses Anbieten von 3 4 M. le Baron d'Ohsson, Histoire des Mongols, de puis Tchinguiz-Khan jusqu'ä Timour Bei ou Tamerlan 4, 1835, 128. 35 Ebd. 3, 1834, 550 f. se Ebd. 3, 511. 3 7 St. Julien, Journal asiatique 1864, III, 536. 3 8 V. ö. E. H. Parker, A Thousand Years of the Tartars, 2'" 1 ed. 1924, 141. 12*