Folia archeologica 3-4.
Radnóti Aladár: A zalahosszufalusi ezüstlelet
123 RADNÓTI: DER SILBERFUND VON ZALAHOSSZ ÜFALU endet in zurückgewendete Vogelköpfe. 6 7 Diese Zusammensetzung (der Typus des besprochenen Armringes, und gedrehte Halsringe) entspricht dem Zusammenhang des Fundes von Tata, und macht wahrscheinlich, dass auch dieser Fund in das II. Jahrh. n. Chr. gehört. Im Museum von Győr finden wir weitere zwei Armringe mit Federung, aus der Nekropole von Győr-Homokgödör. 6 8 Das grössere Stück ist aus Bronze, und es ist zu vermerken, dass seine beiden Enden vor der Federung in eine kleine, flache Spirale gedreht sind (Taf. III 2, 2a). 6 9 Das kleinere Stück ist aus Silber und ist eine genaue Analogie des Stückes von Zalahosszúfalu, beide haben einen Querschnitt in Rombusform. Die Nekropole von Győr-Homokgödör gehört in das II Jahrh. n. Chr. 70 Ebenfalls aus einem Brandfriedhof des II. Jahrh. n. Chr. in Brigetio, stammt ein dicker, federnder Bronzearmring. 7 1 Im südlichen Pannonién ist dieser Typus noch häufiger vertreten, wir kennen hauptsächlich aus Siscia und Emona (Sissek und Laibach-Ljubljana) viele ähnliche Stücke. Diese Form ist auch auf der grossen Ebene von Ungarn (Nagy-Alföld) bekannt, wo es nicht nur als Armring eine weite Verwendung fand, sondern in Kleinform als Ohrring, in den Gräbern der Sarmaten zu finden ist. 7 2 Aus den Fundzusammenhängen können wir klar entnehmen, dass die Armringe mit Federung in Pannonién im II. Jahrh. n. Chr., sich massen6 7 Vgl. mit dem Halsring von Torockószentgyörgy (Daeien), I. Téglás, Arch. Ért. 23, 1903, 304; mit irriger Datierung V. Pärvan, Getica 1926, 381, Abb. 262 mit einem Stück von unbekanntem Fundort (F. Römer, Arch. Ért. 6, 1886, 392, Abb. 3). 6 8 Ich danke verbindlichst dem Herrn Direktor E. Lovas (Győr) und meinem Kollegen Dr. S. Mithay, die mir behilflich waren, dass ich die Armringe eingehend studieren konnte. 6 9 Armringe mit kleinen Rollen, ausser mehreren südpannonischen Exemplaren in Reichenhall: M. v. Chlingensperg—Berg, Römische Brandgräber bei Reichenhall in Oberbayern 1896, 43, Taf. 5, 5; Jezerine: W. Radimsky, Wissenschaftliche Mitteilungen aus Bosnien und der Hercegovina 3, 1895, 61, Abb. 43. 7 0 E. Lovas, Római temetők és sírok Győrött és környékén 1933, 7 f. 7 1 Samml. Ö. Kállay. Für die Veröffentlichung dieses Stückes, meinen besten Dank. 7 2 Mit der gütigen Genehmigung des Herrn Prof. A. Alföldi erwähne ich hier die von ihm gesammelten Stücke aus den verschiedenen Museen des ungarischen Alföld. haft verbreiteten. Diese, meistens aus Silber verfertigte Form wird später primitiver. Es wird aus einem dünnen Bronzedraht gebildet und die starke Feder, wird nur durch einige Windungen markiert. Diese Stücke entstammen dem III —IV. Jahrh. und gehören eigentlich nicht mehr in den Formenkreis des hier behandelten Typus. 7 3 Die hier behandelte Form kommt nicht nur in Pannonién vor, sondern ist im II. Jahrh. n. Chr. auch in den anderen Provinzen stark vertreten. 7 4 Nach Déchelette ist es eine gallisch-keltische Form und entsteht im La Тёпе III. 75 Nach Gallien kommt es wahrscheinlich aus Griechenland, seine Herkunft ist aber nicht gut geklärt. 7 6 Das grosse Verbreitungsgebiet erschwert die Bereinigung der Herkunftsfrage. In Pannonién ist es eine spezielle Frage, ob der Armring einheimischkeltisch ist, oder aber einen neuen gallischen Import des II. Jahrh. n. Chr. darstellt. Im keltischen einheimischen Materiale ist es kaum vorzufinden. 7 7 Ihr erstes Erscheinen können wir im Fund von Cserbel registrieren, welcher Fund mit den Münzen des Julius Caesar 7 3 Ein Stück aus Draht, mit der Münze des Licinius datiert, aus dem Sarkophage von Sopronnyék (Neckenmarkt). I. Paur, Arch. Ért. 5, 1885, 89, Abb. 7. Von vielen Exemplaren haben mich meine Kollegen K. Sági und L. Barkóczy in den Museen Győr, Sopron, Szombathely, Székesfehérvár und Veszprém benachrichtigt. Die zwei Exemplare des Museums zu Veszprém stammen aus einem geschlossenen Grabfund von Tótvázsony. 7 4 J. Mortillet, Revue archéologique 1866, 3, 418, Abb. la; L. Lindenschmit, Alterthümer unserer heidnischen Vorzeit 2, 1870, Taf. 3, 6—8; M. v. Chlingensperg — Berg, а. O. Die Form ist bekannt auch in den germanischen Gräbern, zusammenfassend s. Chr. Pescheck, Die frühvandalische Kultur in Mittelschlesien (Quellenschriften zur ostdeutschen Vor und Frühgeschichte 5) 1937, 40; Abb. 34, 171, 4. 75 -Manuel d'Archéologie II 3, 1914, 1227, Abb. 520. 7 6 R. Zahn, Amt. Berichte aus den Königl. Kunstsammlungen in Berlin 35, 1913, 78, Abb. 39. 7 7 Es ist nicht wahrscheinlich, dass der Armring mit Feder aus dem Fund von Kisravazd aus der Spätlatenezeit stammt, vgl. V. Récsey, Arch. Ért. 17, 1897, 195, Taf. 2, 2. In diesem Fund befindet sich Material aus verschiedenen Epochen, deshalb können wir diesen nicht als einen Geschlossenen annehmen. Die rombusförmigen Ausbuchtungen des Armringes von Kisravazd haben eine Ähnlichkeit mit den Buckelarmringen aus der La Tenezeit, jedoch haben wir Kenntnis solcher aus der römischen Zeit. Ich kenne einen Analogstück aus dem Fundmaterial des Gräberfeldes von Keszthely— Újmajor, vgl. M. v. Chligensperg—Berg, а. O. 30, Taf. 5, 16.