Folia archeologica 3-4.

Radnóti Aladár: A zalahosszufalusi ezüstlelet

122 RADNÓTI: DER SILBERFUND VON ZALAHOSSZÜFALU ermöglichte. Es scheint, dass man die südita­lischen Bronzegefässformen auch in Silber nach­ahmte, so entstand zuerst die Silberpfanne mit in Kreisform endenden Griffe und später die an­deren Silberpateren mit horizontalem Griffe. 57 Eine Paralelle Entwicklung können wir auch bei den Terra Sigillata Gefässen beobachten, wo nach den Fabriken der Pogegend und Arezzo, zuerst in Südgallien die ersten ernstzunehmen­den Konkurrenzunternehmungen entstanden. Wir können also das Silbergefäss von Zala­hosszúfalu in jeder hinsieht als ein gallisches Erzeugnis betrachten, und zwar als ein Stück aus der Frühzeit der gallischen Toreutik. Es kam nach Pannonién zusammen mit anderen Er­zeugnissen des frühen II. Jahrhunderts: mit Glas, Terra Sigillata und Bronzegefässen. Die beendete Limeslinie an der Donau machte es möglich, dass die gallischen Erzeugnisse, die italische Ware auch aus Pannonién verdrängten. Aus diesem Standpunkte betrachtet, bekommt das pannonische Fundmaterial am Anfang des II. Jahrh. n. Chr. ein ganz anderes Gesicht, wie im vorhergehenden Jahrhundert. Dieselbe Um­wandlung ist naturgemäss auch am Rhein und im weiten Norden eingetreten. 5 8 Den Fabrikationsort des Silberarmringes von Zalahosszúfalu zu bestimmen ist schwerer.­Sein grösster äusserer Umfang ist 102, sein kleinster ist 93 mm. (Taf. III, 1). Im Querschnitt ist es rombusförmig. Die beiden Enden sind in Spiralen über des jeweilige, andere Ende ge­wickelt. Die sechs, respektive sieben Spiralen sind ganz lose auf den Ring gewickelt so, dass man durch Druck den Umfang des Ringes wechseln kann. Gewicht 116-8 gr. Die Form ist in Pannonién gut bekannt. Sie kommt in mehreren gut datierten Funden vor. Im Schatzfund von Äszär ist sie durch vier Stü­cke vertreten. 5 9 Sie sind kleiner als das Stück von Zalahosszúfalu, ihr Querschnitt ist entwe­der rombusförmig oder rund. Im Schatzfund von Ászár sind noch zwei Armringtipen vertreten. Der eine Typus ist flach mit zwei Schlangen­5 7 Das allgemein verbreitete gallische Silbergefäss ist die Patera mit horizontalem Griff. H. Willers, a. O. 80 ff. 5 8 Über diese Frage s. zusammenfassend A. Alföldi, Századok 70, 1936, 11 f. 5 9 J. Hampel, Arch. Ért. 5, 1885, 28, Taf. 3, la— b; 4a—b; MNM Inv. Nr. 128/1898, 12—16. köpfen; 6 0 der andere ist mit Ösen versehen und mit einem Knopfe verziert. 6 1 Die «post quem» Datierung des Schatzfundes von Ászár ist durch eine Militärdiplome vom Jahre 148 n. Chr. gegeben. 6 2 Aus dem II. Jahrh. n. Chr. ist ein silberner Schatzfund bekannt angeblich aus Tata stam­mend. 6 3 Wir finden auch hier einen mit zwei Spiralen federnden Armring, es ist eine kleinere Form mit rombusförmigen Querschnitt. Es tritt auch der im Ászárer Fund besprochener Armring mit Schlangenkopf auf (drei Stücke) (Taf. III 7.) 6 4 Auf eines dieser Stücke ist ganz sinnloser Weise eine flache Spirale aufgedreht (Taf. III 4, 4a). Dieses Stück illustriert treffend den Zu­sammenhang mit der Form von Zalahosszúfalu. Die Spirale, die eigentlich federartig einen prak­tischen Zweck verfolgte wird hier als sinnloses Ornament verwendet. Dasselbe können wir auch an den, aus zwei oder drei Drähten geflochtenen Armringen und Halsringen beobachten (Taf. II 8, 9). Dem angeblichen Funde von Tata gehören noch zwei Halsringformen an. Das eine endet in langen Blättern und hat in der Mitte einen Knopf (Taf. II 6, 10; Taf. III 3). Der Schatz­fund von Ászár führt einen Armring, dass diesem Halsringe ähnlich ist. Das zweite anzuführende Stück ist offen, gedreht und an beiden Enden in Entenköpfe (Taf. II 7). Zur Datierung des Fun­des von Tata ist eine Emailscheibe von Wich­tigkeit, es ist die Scheibe einer Nadel mit Mille­fiori-Verzierung (Taf. III 5). 6 5 Im Nationalmuseum von Budapest ist ein Fund angeblich aus Nagyenyed (Dacien). 6 6 Die Feder des Armringes mit runden Querschnitt ist gebrochen, aber in ihren Massen und im Gewicht ist es eine gute Entsprechung zu den Funden von Ászár. Der Armring kam mit zwei gedrehten Halsringen in das Nationalmuseum, das eine ist nur ein Fragment, das andere ist offen und б" Ebendort Taf. 3, 3a—b; MNM Inv. Nr. 128/ 1898, 10—11. ei Ebendort Taf. 3, 2a—b; MNM Inv. Nr. 128/ 1898, 18. 6 2 CIL XVI 96 (= CIL III D. LX). 63 MNM Inv. Nr. 62/1892, 63/1892 und 64/1892, von einem Antiquitätshändler. Erwähnt Arch. Ért. 12, 1892, 375 f, Taf. 7. ei Ebendort Taf. 7, 3a—b, 6, 7. 6 5 Ebendort Taf. 7, 12a—b; I. Sellye, Les bronzes émaillés de la Pannonié romaine (Diss. Pann. II 8) 1939, 34, Taf. 6, 15. 66 MNM Inv. Nr. 110/1894, 7.

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