Szilágyi Mária: Domeniul de la Jimbolia - Das Landgut von Hatzfeld - A Zsombolyai uradalom (Székesfehérvár, 2016)

Epilógus - Emberek a legendás név mögött

Szilágyi Mária - Anica Draganic DOMENIUL DE LA JIMBOLIA | DAS LANDGUT VON HATZFELD | A ZSOMBOLYAI URADALOM alles zurück, macht Zugeständnisse, aber die Geschichte zeigt kein Erbarmen und stellt sich nicht auf die Seite der Gerechtigkeit. Sie gewinnen vergeblich den Prozess vor dem Internationalen Gerichtshof in den Haag, das SKS Königreich zahlt die festgelegte Millionenentschädigung nie. Das innere Schloss von Hatzfeld wurde vom rumänischen Staat gekauft, aber das wunderschöne, von Miklós Ybl entworfene Schloss Csitó wollte keiner haben. In seiner letzten Verzweiflung läßt es Csekonics Sándor in 1937 abreißen und verkauft das Baumaterial und verlässt danach Hatzfeld endgültig. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg konnte man sich über die Adligen nu negativ äußern. Wir haben kaum etwas von der Familie Csekonics gehört. Man sagte, dass sie irgendwo in Portugal sind und von Hatzfeld und seiner Umgebung nichts mehr hören wollten. Im vergangenen Jahr ist dann das Buch Vergessenes Erbe erschienen, das sich mit dem baulichen Erbe der Csekonics's befasst, aber zugleich die Geschichte der Familie auch präsentiert. In dieser Zeit haben sich wahrscheinlich viele, die das Buch gelesen haben, gefragt, wo die Nachkommen wohnen, ob sie noch Ungarisch sprechen, ob sie das Land ihrer Vorfahren je betreten haben. Trotzdem haben diese Fragen uns, die Autoren am meisten beschäftigt. Wir wollten die Ergebnisse unserer Recherchen zu gerne denen gezeigt, die es vemrutlich am meisten interessiert. Wir haben das Buch nur dann als wirklich beendet gefühlt, wenn wir es den heutigen Nachkommen der Csekoincs's überreichen könnten. Dazu gab es allerdings kaum Hoffnung. Durch einen Zufall haben wir bei der Buchpräsentation in Budapest einen Historiker getroffen, der von den Enkeln von Csekonics Sándor wusste und uns ihre Kontaktdaten gab. Der Graf hat in 1898 Margit Vay geheiratet. Sie haben zwei Kinder bekommen: Erzsébet und Endre. Der Sohn von Erzsébet, Sándor, lebt heute in den Vereinigten Staaten, und die Tochter von Endre Csekonics jr., Júlia, in London. Wir haben unser Buch nach Amerika und England geschickt. Wir haben dazu einen Brief auf Ungarisch auch verfasst, und hofften auch eine Antwort. Und die Antworten kamen. Die Betroffenen haben das Buch mit Anerkennung angenommen. Sie waren sehr verwundert, dass jemand sich so eindringlich mit ihrer Familie beschäftigt. Sándor hat im erlesenen Ungarisch und Júlia auf Englisch geschrieben. Nachträglich kam heraus, dass auch sie Ungarisch versteht und spricht, aber, wie sie meint, nicht gut genug. Sándor ist der Ältere, er ist um die achtzig, Júlia über sechzig. Die größte Überraschung war, dass Júlia erklärte, zu Ostern mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn kommen würde, um den Ort kennen zu lernen, den ihre Ahnen so sehr geliebt haben, dass sie ihre Toten vom entfernten Landgut von Enying hierher überführten und erneut beigesetzt haben. Wir haben uns sehr gefreut. Wir konnten es gar nicht glauben, sie tatsächlich treffen zu können. Sie kamen mit dem Flugzeug nach Budapest und sind von dort aus mit dem PKW weiter gefahren. In Budapest kam die Tochter von Sándor Ilona zu ihnen, die in 1990 für kurze Zeit nach Ungarn kam, um Englisch zu unterrichten, hier heiratete und blieb. Es ist ihr Sohn Andris von dem wir in der Einleitung schrieben. Außer uns wollten sie ihre Identität niemandem preisgeben, denn sie fürchteten um negative Reaktionen. In Ungarn, vor der Wende, hatten sie solche Erlebnisse. Oftmals war jedoch unumgänglich, dass es herauskam, wer sie sind. Dabei konnten sie sich davon überzeugen, dass die Erinnerung der Csekonics's auch heute in Ehren gehalten wird. Wir haben sie mit großer Aufregung erwartet und haben beschlossen, ihnen alles zu zeigen, was aus dem Csekonics- Landgut geblieben ist. Sie sind am Ostersamstag Mittag über Rumänien gekommen. Es sind sehr einfache, freundliche Menschen und sofort .nachdem wir uns getroffen haben, ist die Spannung der Erwartung verflogen und hatten den Eindruck, uns schon lange zu kennen. Nach dem Mittagessen haben wir uns gleich auf den Weg gemacht. Sie haben das Schloss Roggendorf in Udvamok gesehen, sind nach Júlia-Hof hinausgefahren, haben die katholische Kirche von Deutsch-Czernya gesehen, den Bahnhof von Ungarisch-Czernya, das ehemalige Arzthaus und die Praxis. Als wir an die Kirche St. Agathe kamen, wurde es schon dunkel. Wir haben ihnen das Altarbild gezeigt, an dem ein Engelsgesicht nach dem Geischt der früh verstorbenen Tochter von János Csekonics, Ägotha, gemalt wurde und haben die Gedenktafel zur Schulgründung an der Wand der Sakristei gelesen. Nach dem traditionellen Osterabendessen mit Schinken, Meerrettich 270 EPILOG I EPILOG | EPILÓGUS

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