Seidel Ignác: A csókakő–móri uradalom történéseinek és eseményeinek időrendi elbeszélése - Fejér Megyei Levéltár közleményei 32. (Mór-Székesfehérvár, 2005)

- 40 ­188J Graf Rudolph Lamb erg f. erlebt — muss Nachstehendes aufgezeichnet werden. Den 16. October 8 Uhr Morgens fing es an zu regnen, der Regen war aber bald nachher mit Schnee vermischt. Dies dauerte bis. Nachmittag. In der Nacht vom 16. auf den 17. schneite es aber so, dass in der Früh Alles mit Schnee bedeckt war, hie und da auch über 20 Centi­meter hoch. Die Weinlese in Moor hat, wie hier wenigstens üblich, am 15. October begonnen, konnte aber nur an demselben Tag etwas herein­gebracht werden, weil den 16., 17. und 18. October sämmtliehe Weingärten mit Schnee bedeckt waren. Es sind dies veritable Winter­tage gewesen, erst am 19. fing der Schnee zu schmelzen an und konnte daher Nachmittag gelesen werden. Den 20. ist aber die Lese durch starken Regen wieder Unterbrochen worden, welcher aber doch zur Folge hatte, dass der Schnee gänzlich zerschmolz und den 21., 22. ungestört in den Weingärten gearbeitet werden konnte. An den Bäumen ist überall viel Schaden geschehen; denn, weil selbe die Blätter noch nicht verloren hatten, so wurden von dem darauf liegen gebliebenen Schnee viele Äste abgebrochen, manche jüngere Obst­bäume sind auch ganz zerstört worden. Leider sind diesem Unwetter auch zwei Menschenleben zum Opfer gefallen: Zwei Veleger Inwohner — Vater und Sohn — die in Ofen als Arbeiter bei der dortigen Weinlese sich befanden, sind in der Nacht vom 16. zum 17. October mit der Eisenbahn von Ofen bis Moor gefahren und haben sich noch in selber Nacht — 2 Uhr — auf den Weg nach Veleg begeben, sind durch den Wald auch glücklich durchgekommen, jedoch auf der Anhöhe der Veleger Äcker — wahrscheinlich aus Mattigkeit in einen Graben gefallen, wo selbe den zweiten Tag erfroren gefunden worden sind. Ihren kleinen Geldverdienst hatten sie noch bei sich. Abermal hat ein harter Schlag die gräflich Lamberg'sehe Familie getroffen. Am 5. April 1. J. nämlich ist Graf Rudolph Lamberg nach längerem Leiden in Pressburg (wohin derselbe seine alljährlich übliche Frübjahrsreise unternommen hatte) im gräflich Lamberg'scheu Familienhause, wo er 1802 auch geboren ist, im 79. Lebensjahre gestorben. Der Leichnam des Verblichenen wurde alldort am 7. April ein­gesegnet und nach Osákberény überführt, wo die feierliche Beisetzung in der dortigen im Friedhof befindlichen Familiengruft am 8. April Nachmittags 3 Uhr vollzogen wurde. Am 19. April wurde die schon längst projectirte Vergrösserung der Capueinerklosterkirche in Moor in Angriff genommen. Die Kirche war bis jetzt in der gleichen Länge mit dem Eingang zum Kloster

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