Fejér Megyei Történeti Évkönyv 6. (Székesfehérvár, 1972)

Tanulmányok - Balázs László: Angaben zum Beginn der Anhäufung der Kapitalien im Komitat Fejér

L. Balázs: ANGABEN ZUM BEGINN DER ANHÄUFUNG DER KAPITALIEN IM KOMITAT FEJÉR Man rechnet den Beginn des Kapitalismus in Ungarn neuerlich mit dem Jahre 1840. — In diesem Jahre hatten die vom, Landtage geschaffenen Gesetze ermöglicht jedem Manne Fabriken zu gründen. Die Juden wurden emanzipiert und durch die Wechsel — und Bank­rottgesetze wurde die Geschäftsführung des Wirtschaftslebens gere­gelt. — Aber es gab eine Vorgeschichte davon — und Hindernisse, die im Wege der geldlichen Anhäufung, des Kapitalismus standen. — Die Bürger fürchteten von den Manufakturen zu Grunde gerichtet zu werden und es gab einen grossen Mangel an Kapital im ungarischen Wirtschaftsleben des XVIII. Jh-s. — Wie die Anhäufung der Kapita­lien zuging, wird hier bis zum J. 1840. behandelt. Neben den grossen Dominien häuften die handeltreibenden Ju­den die Kapitalien an. — Nach der Befreiung dös Landes von den Tür­ken gab es in Ungarn fast keine Juden, sondern nur armenische und grichische Kaufleute sowie Raitzen. — Aus den österreicihschen Erb­ländern, nach dem Erlass des Königs und Kaisers Karl III (VI.), der in einer jüdischen Familie nur einem Manne das Heiraten erlaubt hatte, strömten die Juden nach Ungarn. Und trotz dem Verbot des Herrschers nahm sich der Hochadel ihrer an, weil jene ihre Geschäfte gut ausrichten konnten. Die Juden wanderten hauptsächlich aus Mäh­ren und Böhmen nach Ungarn in dieser Zeit. Die Stattihalterei Haast sie in allen 10 Jahren zusammenschreiben um ihre Ansiedlung zu vermindern. — Im Komitat Fejér gab es im J. 1736, als die Juden das erste Mal zusammengeschrieben wurden, nur 33 jüdische Familien, 170 Personen, aber im J. 1848., als sie das letzite Mal zusammengeschrie­ben waren, schon 3857. Seelen. — Die Juden, wohl weil sie keinen Boden kaufen konnten und in die Zünfte nicht aufgenommen wurden, führten Handelt. Und es wurde ihnen von den Grossbesitzern das Recht gegeben Branntwein, calcinierte Asche zu brennen, Seife zu sieden, Bier zu brauen usw. Sie bildeten hier gewissermassen eine jü­dische Zunft. — Der mährische Hochadel übergab sie dem hiesigen Hochadel nach der üblichen Weise, die man in Deutschland Zunftkauf nannte. Anfangs bezahlten die Juden auch ihren früheren mährischen Grundbesitzern noch einen gewissen Zensus, in gleicher Zeit aber auch ihren hiesigen Grundbesitzern. — Die Juden wohnten in der Nähe der Residenz des Hoehadelis,also auf dem Lande, z.B. in Lovas­berény, im Dominium des Grafen v. Cziráky bildete sich allmählich eine jüdische Gemeinde von 1300 Seelen bis zum J. 1834., die sich fast ausschliesslich mit Handel beschäftigte. Es gab unter ihnen einen Gross Unternehmer, dem vom Grundherrn alles verpachtet war, z. B. Salomon Marx bei dem Grafen von Zichy in der Stadt Palota, der als „Judaeus Aulicus" Wolle, Schafe, Schöpse, Getreide übernahm und

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