Szabó Géza: Geschichte des ungarischen Coetus an der Universität Wittenberg 1555–1613. Halle 1941.
Die Ungarn an der Universität Wittenberg im XVI. Jahrhundert - II. Blüte des Coetus - 7. Das wissenschaftliche Leben des Coetus - Die Disputationen
Der Senior war durchaus kein Tyrann des Coetus, sondern im Kreis der brüderlich verbundenen Mitglieder der die Verantwortung tragende Freund. 7. DAS WISSENSCHAFTLICHE LEBEN DES COETUS. BW.; DSA.; SYN.; RMK.; RKV.; M. Asztalos: Wissenschaftliches Leben in der Wittenberger ungarischen Gesellschaft im XVI. Jahrhundert. Ungarische Jahrbücher . Jhg. X (1930) 128—133. Die ungarischen Studenten suchten in Wittenberg vor allem das reiche wissenschaftliche Leben, dessen Ruf sie angezogen hatte. Daher benützen sie dort jede Gelegenheit, möglichst viel zu lernen. Die eigene gemeinsame wissenschaftliche Arbeit, die im Coetus von Anbeginn gepflegt wurde, förderte und erhöhte das persönliche Streben des Einzelnen52). Die Disputationen. Dem allgemein wissenschaftlichen System des damaligen akademischen Erziehungswesens entsprechend53) 58) Darum konnte Matthias Dresser aus Leipzig an Johann Garai in seinem Abschiedsbrief im Jahre 1588 folgendes schreiben: „. . . Commigrasti in Academiam Witebergensem, ut pectus divinarum et humanarum literarum scientia compleres. Quod ut sasequerere exercitationem usumque audiendi, legendi, dicendi, disputandi quotidie adhibuisti. Idque in Collegio illo, quod privatim tibi gens tua tot annos constituit: ut ad omnegenus doctrinae liberalis percipiendum sese praeparet . . . Quod igitur leges vestrae exigunt, id alacritate animi et industria admirabili exequitur, disputat, declamitat, nec quiquam praetermittit, quod ad parandam augendamque eruditionem ac sapientiam pertinet. In tali ergo coetu eruditus et tu parem cum popularibus tuis laudem pietatis, curae, attentionis, laboris, vigilantiae reportas . . .“ (Joanni Garaio Ungarico, amico optimo, Matthaeus Dresserus S. D. P., RMK. III. 799). 53) Abweichend von den anderen Universitäten, wurden die Disputationen an der theol. Fakultät in Wittenberg nicht regelmäßig durchgeführt, sondern oft neu angesetzt. Von den allgemein gebräuchlichen Disputationsformen (1. Promotions-, 2. Vierteljahrs- [öffentliche] und 3. wöchentliche Cirkular-Disputationen), die in Wit62