Szabó Géza: Geschichte des ungarischen Coetus an der Universität Wittenberg 1555–1613. Halle 1941.

Die Ungarn an der Universität Wittenberg im XVI. Jahrhundert - II. Blüte des Coetus - 7. Das wissenschaftliche Leben des Coetus - Die Disputationen

standen im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Lebens des Coetus die Disputationen. Den Zeitpunkt, „singulis secun­dis septimanis“, und die Form des Disputierens, „pie et sine acerbitate“, schreibt schon das Gründungsgesetz vor54). Eine zeitgenössische Aufzeichnung berichtet von dem Vor­gang und Verlauf der Disputationen aus den ersten Jahren des Bestehens des Coetus: „Propositiones, de quibus dis­putabitur, ostendantur prius alicui ex publicis Academiae lectoribus et ex his aliquis adsit in disputatione, tanquam et moderator, ő ßpaßenrn? illius eruditae collationis iudicio- rum Phil. Melanclithon“55). Nach dem Tode Melanchthons war der Leiter der Disputationen der Senior, dessen Mei­tenberg 1508 eingeführt worden waren, kamen die zweiten 1521, die ersten 1525 und die dritten de facto unter humanistischem Einfluß außer Brauch. 1533 lebten wiederum die Promotions- und vierteljährlichen Disputationen auf. Auch in der zweiten Hälfte des XVI. Jahrhunderts mußten die Universitäten immer von Neuem die Abhaltung von Disputationen vorschreiben und im einzelnen regeln: 1580 wurde das Disputationswesen erneuert und die Melanchthoni- schen Deklamationen beseitigt, 1588 die öffentlichen Disputationen herabgesetzt und die monatlichen (1—2 mal) Gespräche fest geordnet, 1605 je vier jährliche Disputationen der höheren Fakultäten, vier öffentliche, d. h. zwei von Professoren, zwei von Adjunkten abge- hallene Pflichtdisputalionen eingeführt. (Vgl. E. Horn: Die Dispu­tationen und Promotionen an den deutschen Universitäten seit dem XVI. Jahrhundert. Beihefte zum Centralblatt für Bibliothekswesen. Leipzig. 1893—1894. Bd. IV. 1—126; G. Kaufmann: Zur Geschichte der academischen Grade und Disputationen. Centralblatt für Biblio­thekswesen. Leipzig. Jhg. XI (1894) 201—225; P. Drews: Das Dispu­tationswesen an der theologischen Fakultät der Universität Witten­berg zu Luthers Zeit und Luther als Disputator. In: Disputationen Dr. Martin Luthers. Göttingen. 1895. VII—XXVIII; H. Hermelink: Die Disputationen Luthers. Luthers Werke (Weimarer Ausgabe) Bd. 39 a—b. Einleitung, und H. Kramm: Die Wittenberger Universitätsschrift­sammlung. Gesichtspunkte für die Gelehrten und die Bibliotheks- geschichle. Ungedruckt. 29—30.) 51) Das Gesetz von 1555: IV. 55) SYN. 2. Der Coetus dankt Melanchthon mit Geldgeschenken: „. . . aureum quoque Ungaricum . . . reverendo Domino Praeceptori Phil. Mclanchthoni contribuebant . . .“ (SYN. 2.) Eine Aufzeichnung aus dem Jahre 1598 berichtet: „. . . ex pecunia publica, quae initio quidem viventi Phil. Melanchthoni beatae memoriae contribui solita fuit . . .“ (BW. 73). 63

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