Szent Benedek-rendi katolikus gimnázium, Esztergom, 1856

19 dieses kaum etwas anderes, als dass der Magnetismus des Wachses im Vergleiche mit dem des Wissmuthes verschwindend gering sei. Und nun mögen die Theorieen selbst folgen, freilich können sie nur in einer höchst gedrängten Darstellung gegeben werden, was hie und da der Klarheit wenig frommen dürfte. Faraday. Auffallend muss es klingen, dass der Entdecker des Diamagnetismus noch immer keine eigentliche Theorie gegeben hat. Für Faraday sind noch immer die magnetischen Kraftlinien ein richtiges, leitendes und nie im Stiche lassendes Bild von der einen in Para­magneten, Diamagneten und electrischen Strömen ent­haltenen Kraft form. „Wenn ein unmagnetisirter aber magnetisir­barer Körper, sagt Faraday, in ein Magnetfeld gebracht wird, wird er von den auf ihn gerichteten Kräften ergriffen, und unter deren Wirkung richtet er sich oder nimmt eine bestimmte Lage an, welche abhängen kann von seiner besonderen Molecular-Beschaffenheit, oder von seiner Beziehung zu dem gegebenen Medium , oder von beiden gemeinschaftlich, oder von der Combination eines oder beider Umstände mit der Tempe­ratur." Um nun das verschiedene Verhalten zu studiren versuchte der grosse Experimentator mit wunderbarem Geschick und englischer Ge­duld ; aber dem Winke des berühmten Baco, wie es scheint, folgend, sucht er noch immer das Baumateriale zusammen, ohne auch das Ge­bäude aufzuführen. Theorieen gaben bisher Hankel, Plücker, Weber,de la Rive, Feilitzsch. Hankels Theorie erkennt keine Polarität der diamagnetischen Substanzen, und erklärt die Erscheinungen des Diamagnetismus aus der blossen mechanischen Action des ausströmenden magu. Fluidums. Gleich wie Licht und strahlende Wärme verschiedene Körper niemals ohne Verlust durchdringen, meint Hankel, so dürfte auch die magnetische Kraft eines Magnetes oder die einer gleichwirkenden Spirale nicht ganz ungehindert durch die verschiedenartigsten Substanzen gehen, wenn sie aber einen Widerstand findet, so wird dieser an die Masse des wider­stehenden Körpers übertragen und ein leicht beweglicher Körper muss in Folge dessen eine Richtung annehmen, in welcher die von zwei oder mehreren Magnetpolen ausgehenden Kraftlinien sich hinsichts dieses Wi­derstandes, oder der dadurch auf den Köx-per übertragenen Kräfte im Gleichgewichte finden. Aus diesem Standpunkte betrachtet erklären sich nun die diamagnetischen Erscheinungen folgend : a) Eine Wismuthkugel weicht vor einem Pole mit der ganzen Kraft zurück, die den magnetischen Kraftlinien entspricht. b) Zwischen 2 Polen kann sie nur mit der Differenz der 2 Kräf­ten zurückweichen, weil die aus Polen herausströmenden Kraftlinien auf sie in entgegengesetzter Richtung wirken. c) Ein zwischen 4 Magnetpolen ins Gleichgewicht gebrachte Mag­netnadel ändert ihre Lage, wenn zwischen die Pole ein Wissmuthstück gebracht wird, weil dieses die ausströmenden Kraftlinien theilweise zu-

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