Szent Benedek-rendi katolikus gimnázium, Esztergom, 1856
20 rückwerfend an den benachbarten Polen eine Anhäufung der magn. Kraft verursacht, wodurch das ursprüngliche Gleichgewicht gestört wird. Ein Stück weichen Eisens, muss an der Stelle des Wissmuth-Stückes vermöge seiner grossen Leitung (Absorption) eine Verdünnung der magn. Kraft, also eine entgegengesetzte Bewegung der Magnetnadel hervorbringen. d) Bringt man über den -j- Pol eines kräftigen Magnetes eine Spirale deren Drahtenden in einen Multiplicator führen, so entsteht in der Spirale ein inducirter Strom, wenn in die Höhlung derselben ein Wissmuthstab geschoben wird, weil dieser die durch die Höhlung der Spirale strömenden Kraftlinien des unteren Nordpols zurückschiebt, und es scheint, als hätte man von oben einen Nordpol in die Spirale geschoben, u. s. w. e ) Der vor einem -f- Magnetpol aequatorial schwebende Wissmuthstab scheint von einem kleinen an derselben Seite vorsichtig genäherten Pol angezogen zu werden, weil hier wegen der gegenseitigen Wirkung der 2 Magnetpolen die Kraftlinien geschwächt werden, also der Wissmuthstab weniger abgestossen wird, was einer Anziehung gleichkommt u. s. w. f) Hängt ein Wissmuthstab in einer Spirale , deren Windungen senkrecht über die Länge des Stabes laufen, zwischen den Polen eines Magnetes, und bringt man in die Spirale einen Strom, so muss der Wissmuthstab je nach der Richtung des Stromes in den Windungen links oder rechts ausschlagen, weil durch die neuerregte Polarität der Spirale die Magnet-Kraftlinien verschoben werden, also für den Wissmuthstab eine andere Gleichgewichtslage gegeben wird. u. s. w. g) Die Axe eines optisch einaxigen Krystalles stellt sich zwischen den angeregten Magnetpolen aequatorial, diese Thatsache erklärt sich aus der angenommenen Hypothese von selbst, wenn man annimmt, dass das magn. Fluidum ebenso wie das Licht in der Richtung der optischen Axe den geringsten , senkrecht auf dieselbe den grössten Widerstand erfährt. h) Die Drehung der Polarisationsebene erklärt sich, wenn man annimmt, dass sich die Magnetkraftlinien in Kreisbewegungen fortpflanzen, welche dann beim Durchgange durch die Medien, in welchen die Lichtschwingungen geschehen, vermöge des Widerstandes auf die Schwingungs- und somit auch auf die Polarisationsebenen übertragen Averden. u. s. w. Plückers Theorie. Plücker erkennt die Polarität der diamagnetisch inducirten Körper, und fühlt sich durch seine vielfachen Erfahrungen veranlasst zu behaupten, dass der Zustand der verschiedenen Körper bei paramagnetischer und cliamagnetischer Erregung ein vollkommen identischer sei. „Für alle magnetischen und diamagnetischen Substanzen, sagt Plücker giebt ein und dasselbe allgemeine Gesetz die Intensität des inducirten Magnetismus als Function der erregenden Kraft. Für jede besondere Substanz