Szent Benedek-rendi katolikus gimnázium, Esztergom, 1855

31 Aber auch ein Stab von ganz gewöhnlichem Wismuth, der sich zwischen den Polen aequatorial stellte, verhielt sich in dem erwähnten Gewinde ganz wie ein Eisenstab. 10) Die belehrendsten Versuche hatte in diesem Gebiethe unstreitig Feilitzsch ausgeführt, auch er bestreitet die gleichnamige Polarität. Es sollen hier nur einige seiner entscheidenden Versuche angeführt werden. а) Zum 16. Versuche (Nro. 23 der 2-ten Abhandlung Pogg. Bd. 92. S. 396) construirte Feilitzsch eine Spirale, deren Windungen gegen die Mitte angehäuft waren. Auf eine Papprolle nämlich von 95.0 Länge, die an den Enden 37.0 inneren Durchmesser hatte, und in der Mitte bis mm ni auf 19.0 inneren Durchmesser sich verengte wurden 201.0 mit Seide übersponnenen und lackirten Kupferdrahtes etwa 1.3 Klgr. schwer so auf­gewunden , dass die Windungen in der Mitte nicht nur die Vertiefung ausfüllten sondern auch bäuchig von der Axe der Spirale hinausrag­ten. Diese Spirale wurde zwischen die Pole eines sehr grossen Ma­gnetes (die Dimensionen sind nicht angegeben) gestellt , so , dass die Windungen aequatorial liefen. In die Spirale kamen nach und nach ver­schiedene diamagnetische und magnetische Substanzen. Zur Förderung des Resultates ist es vortheilhaft, die Spirale stark, den Elektromagnet dagegen schwach anzuregen, weil die Versuche be­wiesen hatten, dass bei solcher Anordnung des Apparates das grösste magnetische Moment nicht von den Magnetpolen, sondern von der Spirale hervorgerufen wird. Kamen nun in die Spirale a) weisses Wachs , Schwefel , Knochen, gewöhnliches Wismuth , oder ein weicher Eisendraht , so wurden alle im gleichen Sinne abgelengt, es verhielten sich allso einige entschieden diamagtische Substanzen wie Eisen. Kamen dagegen in die Spirale b) ein starker Platindraht, chemisch reines Zink, oder ein Stück ordinärsten braunen Siegellackes (mit Eisen­oxyd gefärbt) imd war zuerst der Magnet angeregt worden, dann erst die Spirale, so war die Ablenkung dieser magnetischen Körper der vori­gen entgegengesetzt , offenbar darum , weil diese Körper vermöge ihrer starken Coercitivkraft die von den Magnetpolen angeregte Polarität be­hielten und sich in der Spirale wie eine Magnetnadel bewegten. War aber zuerst die Spirale und dann der Magnet in Thätigkeit versetzt, so er­folgte die Ablenkung stets wie bei den sub a) angeführten Substanzen. Aus diesem Versuche durfte Feilitzsch mit Recht schliessen , dass die diamagnetischen Substanzen, wenn sie von der Mitte ihrer Längeaus­dehnung stärker als von ihren Enden her erregt werden , dieselbe nor­male Polarität annehmen wie das Eisen. б) Feilitzsch hatte nicht ohne Absicht die Windungen in der Mitte der Spirale angehäuft. Aus den Untersuchungen des H. van Rees geht nämlich hervor, dass in einem Stahlmagnete, der längere Zeit unbewaffnet sich selbst überlassen war, die Intensität der Schichten von den Polen nach der Mitte zunimmt wie die Ordinaten einer Parabel oder besser wie die einer Kettenlinie. Aus dieser Thatsache ausgehend überzeugte sich Feilitzsch, dass das grösste magnetische Moment bei den Magneten

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