Szent Benedek-rendi katolikus gimnázium, Esztergom, 1855

32 in der Mitte der Axe, bei den Diamagneten aber an den Enden zu su­chen sei. Ein Versuch im letzteren Sinne angestellt sollte seine Über­zeugung befestigen. Zu diesem Versuche verfertigte er sich ein Ampére'­sches Selenoid, dessen Windungen gegen die Mitte zu immer abnahmen, nämlich 10 seidenumsponnene Kupferdrähte wand er nach Ampére'scher Art jedoch so, dass der Endring an beiden Seiten 10, der vorlezte 9, der darauf folgende 8 u. s. w. Drähte erhielt, während bei jeder Windung ein Draht gerade gestreckt und fortgeführt wurde ohne Windungen zu bilden. Das so gebildete Selenoid in das Ampére'sche Gestell gebracht wird an seinem Südpole (Lauf des Stromes wie der des Uhrzeigers) von dem Nordpole eines Stahlmagnetes abgestossen. c) Durch diese Experimente werden die Resultate der Plücker'schen Versuche (VI. 4.5.6.) nicht wiederlegt , wohl aber müssen sie anders er­klärt werden, d. h. es müssen die Umstände vorhanden sein, bei denen die ungleichnamigen Magnetpole abstossend auf einander wirken. Dage­gen fühlte sich Feilitzsch durch seine Experimente genöthigt die Weber'­schen Maassbestimmungen für das Moment des Diamagnetismus im Wis­muth als unbegründet zu erklären. Als er nämlich die messenden Ver­suche Webers (Nr. 7. VI) wiederholte , fand er sie zwar richtig, wenn auch er wie Weber Wismuth in die Spirale gebracht hatte , war aber nicht im Stande gleiche Resultate zu erhalten, wenn er Glas, Wachs oder andere schlecht leitende Substanzen in der Spirale spielen Hess, was so­gleich auffallen musste, da sich auch die letzteren zwischen den Magnet­polen sehr schön aequatorial stellten, Feilitzsch vermuthete also, die Ab­lenkungen der Magnetnadel bei Anwendung des Wismuthstabes seien das Resultat galvanoinducirter Ströme. Die Vermuthung war um so mehr begründet, da nach Weber's Rechnung die Spirale 40 Mal länger sein müsste, als der Wismuthstab, um diesen in der Spirale bewegen zu können, ohne dass derselbe Stellen von verschiedener Intensität der Action in der Spirale passiren müsste; nun aber war die Weber'sche Spirale nur 10 Mal länger als der Wismuthstab, mithin auch der Grund zur galvanischen Induction im Wismuthe nicht beseitiget. In der That erhielt Feilitzsch glei­che Ablenkungen der Magnetnadel sobald die galvanische Induction be­seitigt war, mochte er Wismuth oder Eisen in die Spirale bringen. Die Theorieen des Diamagnetismus sollen Gegenstand einer künf­tigen Abhandlung sein. K.

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