Esztergom Évlapjai 1979
Dr. Csiffáry Nándor: Martsa Alajos emlékére
Györffy György: DIE ENTSTEHUNG DER STADT ESZTERGOM Esztergom liegt am rechten Ufer der Donau, wo die ungarischen Fürsten des X. Jahrhunderts auf dem Wechselweg ihrer Winter-und Sommersitze jährlich zweimal vorbeizogen. Zu seiner Residenz machte sie Fürst Géza um 973, als er mit den europäischen Mächten einen Ausgleich traf. Nach 975 wurde hier Vajk, der spätere Stephan I. (der Heilige) geboren. Der Name Esztergom lässt sich auf verschiedene Weise erklären: nach der Auffassung des Verfassers ist das Wort am allerwahrscheinlichsten aus jenem bulgarisch-türkischen Wort estrogen zu erklären, welches uns aus einer Waffeninventar-Inschrift aus dem IX. Jahrhundert als Attribut eines Panzers verblieb. Das Wort ist im Bulgarisch-Türkischen ein slawisches Lehnwort; es lässt sich aus dem südslawischen Wort strbgunb 'Lederhandwerker' ableiten und bedeutet laut der Zusammensetzung 'Lederpanzerhersteller'. Wir können also den Namen Esztergom in den Typ der Handwerker-Dienerschaftsnamen einreihen; auf dem Gebiet der Stadt Esztergom sind noch zwei Namen solchen Typs aufzufinden : Kovácsi 'Schmied' und Peszér 'Schinderknecht'. Esztergom kommt um 1000 auch unter dem Namen Sobottin vor, was sich aus einem ungarischen Szombat,Samstag' Ortsnamen erklären lässt und auf den Samstagsmarkt hinweist, den man in der Nähe des Hafens, in der Wasserstadt gehalten hat. Gran, der deutsche Name der Stadt hängt mit dem Fluss Garam zusammen, welcher der Stadt gegenüber, nicht weit von ihr in die Donau mündet, beide Seiten des Hafens waren als ,garami rév' (Graner Hafen) bekannt. Um die Wende des Jahrtausends hatte die Stadt noch keinen endgültigen Namen. Die Kirchen, die von den ersten Missionären gegründet wurden, sind von den um die Jahrtausendswende bekannt gewordenen Heiligennamen zu erkennen. So könnte der im Jahre 972 aus Sankt Gallen nach Ungarn gekommene Bekehrer und Bischof Prunward (Bruno) die Kirche des Heiligen Gál Esztergom gegenüber im Dorf Nána (heute Stürovo) gegründet haben. Der aus Prag gekommene Radla (Sebestyén), der um 1004 als zweiter Erzbischof von Esztergom fungierte, könnte die Reliquien des Heiligen Vid mitgebracht und die Kirche des Heiligen Vid auf der Burg gegründet haben. Der dritte Erzbischof von Esztergom, Ascherik-Anasztáz, der früher in Rom im Kloster des Hl. Bonifazius und Alexius wohnte, könnte zu Ehren des Hl. Alexius jene königliche Kapelle eingeweiht haben, die vor 1160 vom König Géza II. samt einem Herrensitz dem von ihm in Jerusalem gegründeten Hospitals-Kanonikerorden überlassen wurde. Sein Andenken lebt nun mehr in dem Ortsnamen Szentkirály im Süden neben Esztergom. 189