Andrea Sommer-Mathis: Ergänzungsband 11. Die Tänzer am Wiener Hofe im Spiegel der Obersthofmeisteramtsakten und Hofparteienprotokolle bis 1740 (1992)

Andrea Sommer-Mathis OMeA 10 fol. 349r - 356v und OMeA Prot. 5 fol. 450v - 454r (1695 Oktober 25, Referat mit Resolution), OMeA 10 fol. 291r - 297v (Entwurf): Bittgesuch um Aufnahme als Hoftänzer unter Verweis auf seine Ausbildung bei seinem Vater, dem oberösterreichischen Tanz- und Fechtmeister, und in Paris, auf seine Dien­ste bei der Königin von Polen62) und bei den Hofdamen der Kaiserinwitwe63) sowie als innerösterreichischer Landschaftstanzmeister. Außerdem habe er vor dem Kaiser bei Aufführungen der Jesuiten im Profeßhaus „mitteiß vnterschidlichen Balletten vnd Combattimenti, wie ingleich, vergang. Fasching mit einer Harlaquinada ä Solo“ Proben seines Könnens abgelegt. Der Obersthofmeister überläßt die Entscheidung über die Aufnahme eines neuen Hof­tänzers dem Kaiser. Leopold I. zieht Simon Pietro Levassori della Motta vor. Antonius Verlet gehört zu jenen zahlreichen Tänzern, die zwar gelegent­lich bei Hof auftraten, jedoch nicht in kaiserliche Dienste übernommen wurden. Die Funktion eines Landschaftstanzmeisters gab es in Inner- und Ober­österreich, wo die Landstände für die adelige Jugend einen Tanzmeister mit einer eigenen Dienstordnung besoldeten. Simon Pietro Levassori (auch Levastori) dellaMotta (1672 - 18. Dezember 1732); Hoftänzer (ab 1695), Hoftanzmeister (ab 1718) und Edelknaben-Instructor (ab 1719) OMeA 10 fol. 349r - 356v und OMeA Prot. 5 fol. 450v - 454r (1695 Oktober 25, Referat mit Resolution), OMeA 10 fol. 291r - 297v (Entwurf); OMeA Prot. 5 fol. 455v (1695 Dezember 1, Bescheid): Bittgesuch um Aufnahme als Hoftänzer unter Verweis auf seine Ausbildung in den Nie­derlanden, in Frankreich und England sowie auf seine Lehrtätigkeit bei Mitgliedern der Wiener Hofgesellschaft. Der Obersthofmeister überläßt die Entscheidung über die Aufnahme eines neuen Tän­zers dem Kaiser, fügt aber hinzu, man könne ihm „bey denen iezigen Zeiten“ nicht weniger als 400 Gulden im Jahr geben. Leopold I. nimmt Simon Pietro della Motta mit 400 Gulden als Hoftänzer in seine Dien­ste auf. OMeA 11 fol. 2v - 3r, OMeA 11 fol. 385v - 386r und OMeA Prot. 5 fol. 702r - 703r (1698 Juni 6, Referat mit Resolution), OMeA 11 fol. 6r - 7v (Besoldungsliste der Hoftänzer nach dem Tod Domenico Venturas); OMeA 11 fol. 9r, OMeA 11 fol. 386rv und OMeA Prot. 5 fol. 703r (1698 Juli 1, Bescheid): Bittgesuch um eine Besoldungserhöhung von 300 Gulden, weil er mit seinen bishe­rigen 400 Gulden, „bey seinen vielen Bedienung, nicht bestehen könne“. Ein Gehalt 62) Erzherzogin Eleonora Maria Josepha (1653-1697), die 1670 König Michael von Polen geheiratet hatte, der jedoch bereits 1673 verstarb. 63) Eleonora von Gonzaga, Witwe nach Kaiser Ferdinand III. (1630-1686). 48

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