Ernst D. Petritsch: Ergänzungsband 10/1. Regesten der osmanischen Dokumente im Österreichischen Staatsarchiv. Band 1: 1480-1574 (1991)

Regesten

158 Ernst Dieter Petritsch Beylerbeyi Iskender Pascha von Budin an Erzherzog Karl Garantiert die Einhaltung des Friedens, solange die Gegenseite ihn ebenfalls bewahre, und fordert die Rückgabe der Festungen Tokaj und Serenge (Szerencs) sowie den völli­gen Rückzug aller Truppen aus Siebenbürgen. Osman.-türk. Orig. (41 x 24 cm, hüve. Penge, auf der Rückseite Siegelabdruck und Adresse Kärol her- sek hazretlerine): Turcica 19 Konv.4 (1565 IV-V) fol. 19. 450 1565 April 22-Mai l,Buda 972 ramazän 21-30, Budün Beylerbeyi Iskender Pascha von Büdin an Kärol Hersek (Erzherzog Karl) Teilt mit, daß der am Abend des 27. ramazän (April 28) angekommene Brief sogleich am folgenden Morgen durch Ahmed £avu§ an die Pforte weitergeleitet wurde. Prote­stiert gegen die nicht endenden Streifzüge der Besatzungen von Sigetvär und Egri (Er­lau) und verlangt, daß die Waffenruhe so wie auf osmanischer Seite eingehalten werde. Osman.-türk. Orig. (39 x 24 cm, hüve, Siegelabdruck auf der Rückseite und Adresse Kärol hazret­lerine), weißer Leinensack (Aufschrift Kiral hazretlerinin kanadait hersek Kärol hazretlerine): Hunga- rica 91 Konv.l (1565 I-VII) fol.80. 451 1565 Mai 12-21, Konstantinopel 972 §avväl 11-20, Kostantiniye Süleymän I. an Maximilian II. Beantwortet ein Schreiben, worin Maximilian als Rechtfertigung für die Entsendung von Truppen nach Siebenbürgen den Schutz seiner Untertanen angeführt und den Wunsch nach einem Friedensabkommen mit Johann Sigismund Zápolya ausgedrückt hatte. Protestiert dagegen, daß mit letzterem direkte Verhandlungen aufgenommen wur­den. Siebenbürgen ist osmanisches Eigentum und wurde Johann Sigismund lediglich zur Verwaltung übergeben, weshalb dieser auch nicht berechtigt ist, selbständig Verträ­ge abzuschließen. In allen strittigen Angelegenheiten ist es - so wie bisher - not­wendig, sich direkt an die Pforte zu wenden. Osmanischerseits wurde bis zum Eintref­fen einer Reaktion Maximilians strikte Einhaltung des Friedens angeordnet, ebenso wie Johann Sigismund Befehl erhielt, die von der Gegenseite geforderten Festungen abzu­treten. Auch die in Bereitschaft gesetzten Truppen von Rümeli und Temesvár wurden angewiesen, keine Feindseligkeiten zu beginnen, solange die Gegenseite die Waffen­ruhe einhalte. Ermahnt ihn, den schon mit Ferdinand I. abgeschlossenen und jetzt er­neuerten Friedensvertrag nicht mutwillig zu brechen. Osman.-türk. Orig. (Name 83 x 42 cm, Tinte mit Goldstaub, hüve, Tugra gold): U; dt. Übers, (ö): Tur­cica 19 Konv.4 (1565 IV-V) fol.72f. - Druck: Schaendlinger Schreiben Süleymäns 2 68-71 n.33 a (Faks., Transkr., mod. dt. Übers.).

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