Fritz Reinöhl: Ergänzungsband 7. Geschichte der k.u.k. Kabinettskanzlei (1963)

VII. Kurzbiographien der Leiter der Kabinette, der Kabinettsdirektoren und der Sektionschefs - 2. Die Sektionschefs

375 und wieder vom 1. Juni 1889 bis 3. Juli 1890 als Advokaturskandidat tätig war, trat er am 3. Juli 1890 als Rechtspraktikant beim Budape- ster königlichen Gerichtshof in den Staatsdienst. Am 13. Dezember 1891 trat er als Hilfskonzipist zum ungarischen Justizministerium über. Trotz­dem legte er am 1. Februar 1892 die Advokatenprüfung ab. Am 31. März 1893 wurde er zum Konzipisten ernannt. Daruváry, dessen Mutterspra­che ungarisch war, der aber auch deutsch und französisch vollkommen beherrschte, einigermaßen englisch konnte und slowenisch lernte, inter­essierte sich für den Konsulardienst und so bat er in einem vom ungari­schen Justizministerium dem Ministerium des Äußeren am 23. Juli 1893 übersandten Gesuch um Anstellung im Konsulardienst. Das Gesuch hatte den Erfolg, daß er am 23. November 1893 temporär und auf eigene Ko­sten dem Generalkonsulat in Genua zugeteilt wurde, um sich dort in den Konsulardienst einzuarbeiten und sich die italienische Sprache ganz zu eigen zu machen. Auf seine Bitte unter den gleichen Bedingungen zum Generalkonsulat Marseille versetzt, trat er dort am 11. Juli 1894 den Dienst an. Am 14. November dieses Jahres verließ er Marseille, um sich zwei Tage später der Konsularelevenprüfung zu unterziehen, die er vor­züglich bestand. Am 21. Dezember wurde er zum Vizekonsul ernannt und dem Generalkonsulat Odessa zugeteilt, wo er am 5. Februar des folgen­den Jahres eintraf. Von hier nach Sofia versetzt, trat er dort den Dienst am 8. Mai 1896 an. Sein Verbleiben war dort nur kurz, denn bald mußte er die Gerenz des Konsulates in Kiew in Vertretung des beurlaubten Konsuls Hammer-Purgstall übernehmen, die er vom 12. Juni bis 31. Okto­ber führte. Am 30. Juli 1897 zum Generalkonsulat Skutari versetzt, traf er dort erst am 27. Oktober ein, da er vorerst seinen Nachfolger einfüh­ren mußte. Auch hier war sein Bleiben nur kurz. Schon am 20. Mai 1898 wurde er dem Konsulat in Belgrad zugewiesen; nach Ablauf seines Ur­laubs trat er dort am 1. August den Dienst an. Am 2. Oktober übernahm er die interimistische Gerenz des Konsulates. Diese übergab er wieder am 29. Juli 1899, um seinen neuen Dienstposten beim Generalkonsulat Salo­niki anzutreten, wo er am 3. August eintraf. Am 1. September des fol­genden Jahres wurde er zum Konsul ernannt und gleichzeitig zur Lei­tung des Konsulates in Kiew berufen, die er — Belgrad am 13. Oktober verlassend — am 6. November übernahm. Aus gesundheitlichen Gründen wurde Daruváry 1903 die interimistische Führung des Konsulates in Amsterdam übertragen, von wo er am 29. Oktober wieder nach Kiew zurückkehrte. Einer Bitte, ihn — wieder aus Rücksicht auf seine Gesund­heit nach dem westlichen Europa zu versetzen, wurde durch seine Zutei­lung als Geschäftsführer zum Konsulat in Frankfurt a. Main willfahren. Am 18. Juli 1904 trat er dort an200). 1905, als Sektionschef König nahezu zwei Jahre kränklich war und oft das Amt nicht besuchen konnte, wandte so») Administrative Registratur F 8, Consularwesen, Active Personalia.

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