Walter Goldinger: Ergänzungsband 5. Geschichte des Österreichischen Archivwesens (1957)

Die österreichischen Archive im 19. Jahrhundert

Die österreichiscnen Archive im 19. Jahrhundert 43 Gelegenheit Bahn zu brechen69). Nur daß Mayr das Problem mehr unter dem Gesichtspunkt der Schaffung einer obersten Archivbehörde sah, wäh­rend Kretschmayr naturgemäß das von ihm geleitete Allgemeine Archiv des Ministeriums des Innern zum Mittelpunkt machen wollte, wozu es aber in seinem damals noch ziemlich geringen Umfang bei allem wissen­schaftlichen Ansehen, das es sich bereits errungen hatte, schwer in der Lage war70). Erst das Ende der Donaumonarchie und die sich daraus für die Archive der Wiener Zentralstellen ergebenden weittragenden Folgen haben durch die Wucht zwingender Umstände von außen her zu einer Bereini­gung dieser Fragen geführt, die trotz allen Anstrengungen der Archivare und der beteiligten Fachkreise in der mangelnden Einsicht der entschei­denden Faktoren eine unübersteigbare Grenze gefunden hatten. 59) Alig. Verwaltungsarchiv: Nachlaß Leonce Mündel, Ministerbriefe 936/1910; Ministerium d. Innern, ZI. 12315—MI/1912. Michael Mayr, Staat­liches Archivwesen und Verwaltungsreform. Reichspost vom 7. September 1907. 70) Bittner, Gesamtinventar 1, 122*, Anm. 1.

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