Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/2. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1951)
V. Rechts-, Verfassungs- und Wirtschaftsgeschichte - 53. Josef Karl Homma (Eisenstadt): Die Wüstungen des nördlichen Burgenlandes
66 Hómmá, von Mönchhof und Podersdorf zusammengenommen 1). Die Riednamen „Innere Pahlen“, „Äußere Pahlen“ erinnern noch heute an die einstmalige Siedlung. Vogeldorf (Fogundorf, Thenafalva, Thunafalva 2): Im Jahre 1314 verkaufte der Besitzer Tenn das nach ihm benannte Gut Thenafalva (Thunafalva) an Heinrich Vogel, der dem Orte fernerhin den Namen gab 3). 1317 indessen gab König Karl den Ort Vogeldorf zugleich mit Podersdorf der Abtei Heiligenkreuz zu eigen 4). Der Besitz blieb aber von den Erben der früheren Inhaber nicht unbestritten. So sind 1344 die Erbansprüche eines Stefan, Sohnes des Wees, auf Vogeldorf5) und 1369 solche des Johann, Sohnes des Andreas, sowie der Frau Kachus, Tochter des Kees von Thonafalva, deutsch Vogeldorf genannt 6) bekannt. Bei Weis 7) sind die Grenzen des Gemeindehotters beschrieben: „Ein Markstein gegen Mittag nächst dem Hotter des Besitzers Zentmaria (Frauenkirchen), von hier bis Sonnenuntergang bis zum Gute Beliud (Pahlendorf—Furchendorf), von hier gegen Mitternacht bis zum Besitze Galus (Gols) und gegen Sonnenaufgang bis zum Mönchhofer Hotter.“ Gegen Gols bildeten zwei Wege die Grenze, die sich ineinander verschlingen. Der eine führte über die Hutweide von Gols nach Frauenkirchen, der andere ist der noch heute gebrauchte Fahrweg von Mönchhof nach Podersdorf8). 1529 teilte Vogeldorf mit dem Nachbarort Pahlendorf das gleiche Geschick. Das Stiftsarchiv berichtet: „Zwei Dörfer zwischen Gols und Halbturn (Frauenkirchen?) liegen öd, das eine hieß Vogeldorf, das andere Pellendorf9). Die Brüder Georg, Jacob und Remigius Stemp, Besitzer der Edelhöfe in Jois, kauften 1534 auch hier die verödeten Hausplätze und Felder dem Stifte ab. Doch sind sie nach 30 Jahren schon wieder im Besitze des letzteren 10). In der Beschreibung der zu Heiligenkreuz gehörenden Güter von 1613 heißt es: „Vogeldorf ist öde und besteht aus lauter Wiesen, die den Mönchhofer Untertanen zur Benützung überlassen werden. Etliche Joch Äcker (die heutigen Wiesäcker) haben sie aus den Wiesen gemacht“ u) und „die Golser eigneten sich Vogeldorf an 12). Auf der Hottermappe aus 1650 erscheint beim Fixpunkt „Q“ eine öde Kirche als Ruine skizziert. Diese ist wohl der Rest der 1379 genannten Kirche von Vogeldorf. Heute sind die Gründe auf drei Gemeinden verteilt: 1. Fürstlich Esterházysche Herrschaft Frauenkirchen, u. zw. jener Teil des Herrschaftsgebietes, in dem der Stationshof liegt, 2. die Gemeinde Gols, 3. die Gemeinde Mönchhof, u. zw. die „Wiesäcker“ und ein Teil der „Spelingsäcker“ 13). b Vgl. Winkler, ebenda, S. 168—186. In Pahlendorf hielt sich neben dem Mönchhofer Kloster aber noch Kleinadel. So bezeugen vor dem Landrichter Simon Rozgonyi der Vicegespan und die Stuhlrichter, daß die Besitzungen des Jakob de Beled, Bala (Wallern) und Belyd (Pahlendorf) 1410 durch die Söhne des Paul de Frahthno (Forchtenstein) besetzt wurden (Nagy, I., Nr. 426, S. 617) und 1430 werden die königlichen Rechte von Beled (wie auch vonLobloth) dem Beled de Loos übertragen (Nagy, II., Nr. 93, S. 160). 2) Terra seu poss. Vogelndorff (1317: Fontes rerum Austriacarum, II. Abt. XVI., B. II., T. 51; 1318: ebenda, 55). Poss. curie monachorum seu grangie, quod novum predium nuncupata, Thunafalua vocata (1324: ebenda, 102). Terra Foguldorf (1325: ebenda, 107). Tenefalva al. nom. Fogundorf (1345: ebenda, 193). Tunafalua (1378/79: ebenda, 327). Poss. Voguldorf, Vogeldorf (1394: ebenda, 386). Vgl. Csánki, III., S. 687. 3) Ivanfi, Handschriftl. Monogr., III., 31. 4) Weis, Urkunden, II., 50. 5) Weis, Urkunden, II., 192. 6) Stiftsarchiv, Rbr. 33, fase. 10., n. 1. 7) Weis, Urkunden, II., 325—335. 8) Vgl. Winkler, Die Zisterzienser am Neusiedler See, ebenda. fl) Stiftsarchiv, Rubr. 48, fase. I., n. 21. 10) Winkler, ebenda. u) Stiftsarchiv, Rubr. 48., fase. 12., n. 2. 12) Stiftsarchiv, Rubr., 50., fase. 2., n. 11. 13) Vgl. Winkler, Die Zisterzienser am Neusiedler See, S. 158—163.