Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/2. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1951)

V. Rechts-, Verfassungs- und Wirtschaftsgeschichte - 53. Josef Karl Homma (Eisenstadt): Die Wüstungen des nördlichen Burgenlandes

Die Wüstungen des nördlichen Burgenlandes. 67 Katzendorf (Machkad): In der Markbeschreibung von Podersdorf aus dem Jahre 1324 wird der Ort erstmalig urkundlich genannt: „Südlich grenzt Podersdorf an den Besitz, der Machkad genannt wird“ x). In der Schenkungs- und Kaufurkunde für das Stift Heiligenkreuz vom Jahre 1330 wird als Mark der Gemeinde angegeben: „Zwischen der Besitzung des Ladislaus, des Sohnes des Heym, welche Thuled genannt wird, gegen Osten und dem Klosterbesitz des neuen praediums, genannt Pothfalva (Podersdorf), liegt Machkad, das in drei Himmelsrichtungen, gegen Süden, Westen und Norden, vom Besitz der Klosterbrüder begrenzt wird“. Darnach erstreckte sich der Hotter südlich über die Georgskirchäcker und über die Weide bis zum heutigen Frauenkirchner Hotter * 2). Der Türkensturm von 1529 fegte auch diesen Ort hin­weg. 1554 beschreibt der Brücker Stadtrichter Wolfgang Kirchhofer Podersdorf und berichtet: „Katzendorf oder Machkad ist öde und haben die Podersdorfer dort ihre Weide, die ihnen umsonst überlassen wurde. Um 10 Gulden jährlich kann aber solche genossen oder verlassen werden“ 3). In der Beschreibung der zum Streit gehörenden Orte zur Zeit des Abtes Christoph (1613 bis 1637) heißt es: „Katzendorf ist öde und wurde der Gemeinde Podersdorf überlassen“ 4). Die Podersdorfer haben heute noch ihre Hutweide auf der Gemarkung des abgekommenen Katzendorf. Die Bezeichnung der an der Illmitzer Grenze liegenden Ackerried als Georgskirchäcker läßt die Annahme zu, daß Katzendorf eine dem hl. Georg geweihte Kirche besaß 5). Lehndorf (Lendorf, Leandorf, Leansuk, Togunfölde) 6): Das Stift Heiligenkreuz kaufte 1421 Lehndorf von Dominik, dem Sohne Johannes von Leansuk, auch Togunfölde genannt, um 40 große Pfund (das Pfund zu 240 Denare königliche Kurrenzmünze gerechnet) 7). Da dieser Besitz, der 848 Joch umfaßte und meist aus Wiesen bestand, von Mönchhof weit entfernt war, wurde er vom Stift zum Großteil an die Mönchhofer und Podersdorfer verlassen. Hiefür war der Herrschaft ein jährlicher Geldbetrag und die Mäharbeit von 200 Joch Wiesen zu leisten. Podersdorf und Mönchhof hatten je 275 Joch, die sie auf die Hausbesitzer zur Nutzung aufteilten. Das Jahr 1529 war auch Lehndorf zum Verhängnis geworden. 1554 berichtet der Brücker Stadtrichter Kirchhofer in seiner Beschreibung des Ortes Podersdorf, daß Lehndorf öde ist und das Gebiet die Mönchhofer und Podersdorfer um jährlich 36 Gulden in Nutz­nießung haben 8). Im Jahre 1566 ist die Wüstung aber im Besitz der Herrschaft Ungarisch Altenburg 9). Der Besitzwechsel war jedenfalls nur vorübergehend. Offenbar war das Gebiet von Lehndorf 1772 wieder in den Händen des Stiftes, da in diesem Jahre die Mönchhofer einen Prozeß gegen dasselbe anstrebten, um die Gemeinde in ihr Eigentum zu bringen. Sie werden allerdings vom Gerichte mit ihrem Ansuchen abgewiesen, doch tauschte Heiligenkreuz, um einen weiteren Streit mit den Mönchhofern zu vermeiden, den Besitz Lehndorf mit einem Teil gleichen Ausmaßes der Herrschaft Ungarisch Altenburg (Teile des Prädiums Wittmanns­hof, das an die Stiftsgründe anrainte) aus 10). Lehndorf ging dauernd in den Besitz von *) Winkler, Die Zisterzienser am Neusiedler See, S. 166/67. 2) Weis, Urkunden, II., 140. 3) Stiftsarchiv, Ruhr. 50., fase. 2., n. 21. und Koll, Das Stift Heiligenkreuz, S. 252. 4) Stiftsarchiv, Ruhr. 48., fase. 12., n. 2. 5) Vgl. Winkler, ebenda, S. 166/67. 6) Nobilis vir Joannes filius Nicolai dicti Aykas de Lesonsuk sive Lendorff (1359: Fontes rerum Austriacarum, II. Abt., XVI., B., II. T., 254). Poss. Lesansuk (edt.). Lendorf (1397: ebenda, 394). Predium Lewdorf, Lendorff (1487: Dl. 19338). Pred. Lendorff (1487: Pozsonyé köpt. lit. lad. 9., fase. M, n. 3.). Bei Csánki, III., S. 682. 7) Stiftsarchiv, Rubr. 53., fase. 8., n. 7. 8) Stiftsarchiv, Rubr. 50., fase. 2., n. 21. fl) Urbar der Herrschaft von 1566. 10) So entstand das Prädium Edmundshof. Vgl. Winkler, Die Zisterzienser am Neusiedler See, S. 187—189.

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