Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/2. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1951)

VIII. Kunstgeschichte - 79. Walter Luger (Lambach): Joachim von Sandrart und seine Beziehungen zum Kloster Lambach. (Mit 4 Tafeln.)

Joachim von Sandrart und seine Beziehungen zum Kloster Lambach. 511 In einem Brief vom 5. Juli 1659 x) berichtete Sandrart, daß die Bilder von der Marter des hl. Plazidus und hl. Sebastian fast fertig seien, er werde sie in Kürze nach Linz schicken können. Er ersuchte, daß die Rahmen bis dahin fertiggestellt würden. Damit die Bilder auf der Donau mautfrei befördert werden könnten, ersuchte er den Abt um eine Bestätigung, daß die Bilder für die Lambacher Klosterkirche bestimmt seien. Am 8. November 1659 antwortete Sandrart auf ein Schreiben des Abtes 1 2), daß es ihm sehr leid getan hätte, daß die beiden Bilder zum Kirchweihfest nicht aufgemacht werden konnten, da sie zu spät eingelangt wären. Der Grund war der, daß sie in Regensburg zu lange aufgehalten wurden. Die Schuld von 200 Dukaten ersucht Sandrart an Herrn Kellen­berger in Salzburg zu senden. Wieder berichtet er über die beiden Attentäter auf den bayrischen Kurfürsten, sie seien „alß banditi deß landts beyrn ledig gelassen Worten“. Der letzte Brief Sandrarts, der sich mit den Altarbildern befaßt, ist mit 1. April 1661 datiert3). Darin berichtete Sandrart, daß das Bild für den Hl. Julian Altar fertig sei und daß er es über Regensburg nach Linz geschickt hätte. Auch schreibt der Künstler, daß das Bild für den Hl. Benedikt Altar gut vorwärts schreite. Allerdings koste dieses Bild sehr viel Mühe und Arbeit. Der Inhalt des Briefes lautet: Wohl Ehrwürdiger Hochgelehrter vnd Hochge Ehrter Herr Deroselben angenehmes vnder dato 1. Febr. sambt in Schluß an Ihr Hochw. zu Blancksteten welches also balt zu recht bestelt Worten hab ich zuseiner Zeit wohl Empfang wie nicht weniger auch im Schreibens sambt vber santen Paß wegen Santo Julian Altarblat, von Ihr Hochw. vnd Genaden von Lambach vnderdato 8 martz datirt zurecht erhalten, hierauf solches Altar Plat von St. Julian sambt ineine lange kiste wohl verwart sambt den Paß in Gottes namen auf Regenspurg an Hem Cornelio lobmacher mit diesr ordre gesant, daß er solches also bald auf lintz an hern Daniel Mueller Expedirn solle, alta zu ferner Expedition auf Lambach order kan gegeben werten, dahmit gegen nechst oster Fest dieses altar Plat an welchen die werten den Fleiß verhoffentlich werten erweysen, aufgesetzt werte der Almechtige lasse solches mit freyden zu aller Contento gesehen vnd wohl ankomen. ichbin alleweil vnd zwahr sehr Stark mit Sto Beneditus Altar Plat im werck, worin dan gewiß vber die massen viel Studie labores an wende zumahl Ihr Hochwürden vnd genaden inai dero Schreibens solches also hoch Recomandim, dabey vnder andern deß konig Totila Hof Stab zu Representiren bégért 4), welches mir sehr viel zudun vnd zu Er finden vhrsach gibt, nun das werck ver hoff balt völlig zu Ent brengen vnd dahmit alles Cronnen end volführen dah zuall Conento die gesambt Altar bey samen Ihr ohrnat Zihr volbrengen, welches besunderlich nur höchst verlangen duet zu sehen. Zumahls es ein zihrlich ohngemein großes werck ist worin ich alles waß zu vnser Studio lobwürdig inein oder ander Stück hab Exprimirn wolln vmb ein gedechtniß zu hinderlassen, indem ichan fange miet zu werten vnd mit dem Schwer laborir welches inder lenge nicht mehr zu dauren alß gemach ab zubawn vnd mich in ruhe zubegeben vor ichmich gahr auß Spinne 5) mochte, Neweß anderst nicht alß daß hir oben im reich alle große Potentaten geneygt volck vnd gelt witer dem Erbfeint dem Türcken her zu geben. Wehn nur Ihr Keys: May. den Krig Publicirn vnd solche beger es wil alles darzu helfen geist vnd weltlich verlangen dar nach sehr willig vnd warten sehr viel ausser weite, hoch vnd Nieder officim gemeine erfahrene Soldaten in solche Zahl vnd begir daß innen die Zeit vnd Weil lang wirt biß man anfangt zuwerben es ist der Zeit Ein vber auß grose macht bey Ein zubrengen, auch weil alle christliche Potentaten nachwunsch in Friet leben zudiesr Hilf verlang 1) Original im Lambacher Klosterarchiv. 2) Original im Lambacher Klosterarchiv. 3) Original im Lambacher Klosterarchiv. 4) Der Wunsch des Abtes Plazidus, auf diesem Bilde den König Totila darzustellen, dürfte auf die Beschreibung über das Leben des hl. Benedikt zurückzuführen sein. Darin wird berichtet, daß Totila den hl. Benedikt auf die Probe stellen wollte, indem er seinen Begleiter mit königlicher Bekleidung zu ihm schickte, ob er diese Täuschung durchschaue. Siehe: Das Leben des hl. Vaters Benedictus vom hl. Papste Gregor. Hrsg, von der Abtei Emaus, Prag 1901, S. 46—49. 5) Im Brief steht zwar „auß Spinne“, vermutlich soll es aber ausspannen heißen.

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