Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/2. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1951)

VIII. Kunstgeschichte - 79. Walter Luger (Lambach): Joachim von Sandrart und seine Beziehungen zum Kloster Lambach. (Mit 4 Tafeln.)

512 Luger, eine Erwunste Zeit vmb den Erbfeint zubegegnen dar zu Got sein genadt verlege indesem Heyligen Schutz nechst Schonst Empfelung vnd allerseits Ergeben vnd verbleibe Ihr Wohl Erwürden Trew willigster Diener J. von Sandrart auf Stochaw P. S. allen Herrn Patriß neben Hern Schmitberger mich Schonst zubefehlen. Am 29. September 1661 erhielt Sandrart 400 Dukaten vom Abte Plazidus, wie aus einer Quittung ersichtlich ist x). Interessant ist ein Schuldschein vom 29. September 1661 über 2400 Gulden, die der Künstler für die Altarbilder noch zu bekommen hatte. Im Klosterarchiv sind zwei Exemplare davon * 2), eines ist von einem Schreiber geschrieben, vom Abt Plazidus jedoch unterzeichnet und gesiegelt. Das zweite dürfte der Entwurf vom Abt sein, da das Schreiben die Schriftzüge des Abtes zeigt. Es ist zwar vom Abt unterschrieben, aber nicht gesiegelt, was die Vermutung bestärkt, daß es sich um einen Entwurf handelt. Anschließend an den Text sind die Summen eingetragen, die bis 1664 vom Abt an Sandrart ausbezahlt worden sind. Das Geld wurde nicht dem Künstler direkt, sondern an Herrn Peißer 3) in Linz ausgezahlt. Der Schuldschein lautet: Hierauf Bekhenne ich vnderschibner das dem Wohl Edl vnd Gestrengen Herrn Joachimb von Sandrat auf Stokhau weegen deren in mein Neuerbaute Closter Khürchen geliferten Althar Blotter noch zubezahlen 'schuldtig verblibe benantlichen Zweey Tausent vnd Vierhundert Gulden, so ich auch vorgedachten Herrn von Sandrat etc in nachvolgenden terminen abs Ostern 1662: 600 gulden, dann Ostern 663: 600 gulden, widerumb Ostern 664: 600 gulden: vnd lestlichen Ostern 1665: den letzten termin ab: 600 gulden zubezallen verspriche. Vrkhundt dessen mein aigner Handtschrift vnd vorgetrukhtes Pötschaft, Lambach Am 29. Septembris 1661 Placido Abbt zu Lambach L. s. Debit ........................................................................... fl 2400 — 1662 ostern an Herrn Pey ser in lintz erlegt ......................................... fl 600 — Rest noch fl 1800 1663 Ihr Hochwurden vnd Genaden abermahls Hern Peyser bezahlt..................................... fl 600 — 1664 Ihr Hoch wurden vnd Genaden abermahls Hern Peyser bezahlt..................................... fl 600 Wahn mm Herr Peyser noch 600 fl Empfangt, alstan ist alles biß dahero ob ver standen zu Dank bezahlt. Über die im Jahre 1664 fällige Rate von 600 Gulden ist eine von Sandrart gesiegelte Quittung im Klosterarchiv vorhanden 4). Der Rest der 2400 Gulden war 1665 fällig. Auch darüber besitzt das Klosterarchiv vom 9. April 1665 eine Quittung 5). Während die von 1664 von Sandrart selbst geschrieben ist, ist die von 1665 von einer anderen Hand geschrieben und nur vom Künstler gesiegelt. *) Original im Lambacher Klosterarchiv. 2) Beide Originale im Lambacher Klosterarchiv. 3) Es handelt sich um Johann Peißer von Wertenau, gest. 1684. Die Peißer waren ein angesehenes Patriziergeschlecht. Johann Peißer besaß in Linz ein großes Spezereiwaren-Großgeschäft und trieb selbst mit überseeischen Ländern Handel. Von 1674 bis 1684 war er Bürgermeister in Linz. — Siehe Straß­mayr E., Die Linzer Patrizier Peißer von Wertenau. Jahrbuch der Stadt Linz, 1937, S. 155—165. 4) Original im Lambacher Klosterarchiv. 6) Original im Lambacher Klosterarchiv.

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