Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)

I. Archiv-Wissenschaften - 4. Anton Largiadér (Zürich): Schweizerisches Archivwesen. Ein Überblick

40 Largiadér, wird Literatur über Archivwesen gesammelt, damit das Staatsarchiv als zentrale Aus- kunftsstelle dienen kann J). Bern besitzt ähnlich wie Zürich seit dem 13. Jahrhundert Selbständigkeit und ein eigenes Archiv, das sich nach den gleichen Impulsen weiterentwickelte (Bundeseintritt 1353) und zur Zeit der Reformation die Klosterarchive übernahm, nicht nur diejenigen des alten Kantonsteiles, sondern auch jene der waadtländischen und aargauischen Klöster. Nach 1798 wurden die Kantone Aargau und Waadt selbständig und erhielten die entsprechenden Archi­valien von Bern ausgeliefert. Dafür erhielt Bern nach 1815 mit der Zuteilung der jurassischen Gebiete einen Teil des Archivs des Fürstbischofs von Basel. Für das Studium der Westpolitik der Eidgenossenschaft ist das bernische Archiv von zentraler Bedeutung 2). Luzerns Archiv Verhältnisse nahmen eine ähnliche Entwicklung wie diejenigen von Zürich und Bern, mit der Besonderheit, daß es sich hier um eine österreichische landesherrliche Stadt handelte, die zwar 1332 dem eidgenössischen Bunde beitrat, die sich aber erst nach dem Sempacher Krieg zu Ende des 14. Jahrhunderts von der landesherrlichen Herrschaft lösen konnte. Zur Zeit der Glaubensspaltung blieb es mit seinem großen Untertanengebiete x) Gerold Meyer von Knonau, Plan des zürcherischen Staatsarchivs, entworfen im Jahre 1839, Zürich 1839. — Johannes Strickler, Das abt-st. gallische Archiv in Zürich. In: Archiv für schweizerische Geschichte, 17. Bd., Zürich 1871, S. 44—62. — Johannes Strickler, Rechenschaftsberichte über die Ver­waltung des Staatsarchivs 1870—1881, Zürich 1881. — Paul Schweizer, Zwingli-Autographen im Staats­archiv Zürich. In: Theologische Zeitschrift aus der Schweiz, 2. Bd., Zürich 1885, S. 196—217. — Paul Schweizer, Katalog der Ausstellung historischer Dokumente des zürcherischen Staatsarchivs, Zürich 1891. — Paul Schweizer, Geschichte des Zürcher Staatsarchivs. Neujahrsblatt des Waisenhauses Zürich 1894. — Paul Schweizer, Inventar des Staatsarchivs des Kantons Zürich, Bern 1897 (Inventare 2. Bd.). — Paul Schweizer, Rechenschaftsbericht über die Verwaltung des Zürcher Staatsarchivs 1881—1897, Zürich 1897. — Paul Schweizer, Zürcher Privat- und Ratsurkunden. In: Nova Turicensia, Zürich 1911, S. 1—76. — Edwin Hauser, Aufsicht und Ordnung von Gemeinde-, Bezirks- und Notariatsarchiven. In: Schweiz. Zentralblatt für Staats- imd Gemeindeverwaltung, 31. Bd., Zürich 1930, S. 609—619. — Anton Largiadér, Das abt-st. gallische Archiv in Zürich. In: Festschrift Hans Nabholz, Zürich 1934, S. 329—341. — Anton Largiadér, Unsere Gemeindearchive; mit besonderer Berücksichtigung des Kantons Zürich. In: Zeitschrift für schweizerische Geschichte, 15. Bd., Zürich 1935, S. 97—118. — Cunibert Mohlberg, Handschriften des Staatsarchivs Zürich. In: Katalog der Handschriften der Zentralbibliothek Zürich, I.Mittelalterliche Handschriften, Zürich 1936, S. 301—336. — Anton Largiadér, Ausstellung historischer Dokumente, veranstaltet anläßlich des VIII. Internationalen Kongresses für Geschichtswissenschaft, Zürich 1938. — Anton Largiadér, Zürcherische Wappenbücher, I. Die Wappenbücher des Staatsarchivs Zürich. In: Schweizer Archiv für Heraldik, 54. Bd., Basel 1940, S. 15—17. — Edwin Hauser, Die Sammlung der Pfarrbücher im Staatsarchiv Zürich. In: Zürcher Taschenbuch 1941, S. 27—36. — Werner Schnyder, Verzeichnis der Pfarrbücher des Kantons Zürich nach dem Stand vom 31. Juli 1940. In: Zürcher Taschen­buch 1941, S. 37—63. — Werner Schnyder und Ernst Winkler, Die kulturgeographisch bedeutsamen Quellen des Staatsarchivs Zürich. In: Mitteilungen der Geographisch-Ethnographischen Gesellschaft in Zürich, 42. Bd., Zürich 1945, S. 131—151. — Max Spörri, Die Pfarrbücher der Zürcher Landschaft als bevölkerungsgeschichtliche und chronikalische Quelle. In: Zürcher Taschenbuch 1945, S. 86—105. — Ernst Alt her, Register zu den Bevölkerungsverzeichnissen aus dem 17. und 18. Jahrhundert im Staatsarchiv Zürich. Ausgezogen im Aufträge der Vereinigung für Familienkunde St. Gallen und Appenzell, Bern 1947. 2) Heinrich Türler, Inventar des Staatsarchivs des Kantons Bern, Bern 1895 (Inventare I. Bd.). Mit Geschichte des Staatsarchivs zu Bern, S. 39—48. — Gustave Gautherot, Les archives de la Tour des Prisons ä Berne; état sommaire des archives de la republique rauracienne et du département du Mont Terrible. In: Bibliographe moderne, Besan^on 1909. — Gottlieb Kurz, Rapport sur l’histoire des archives de l’ancien évéché de Bale. In: Actes de la Société Jurassienne d’émulation 2. Serie, 26. Bd., Courtelary 1921, S. 33—41. — Berner Staatsarchiv, Sonderheft der Berner Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, 2. Bd., Bern 1940. — Christian Lerch, Die Wappensammlung des bernischen Staatsarchivs. In: Schweizer Archiv für Heraldik, 58. Bd., Basel 1944, S. 6—10. Über die „Pündten-Bücher“ im Berner Staatsarchiv, d. h. die Kollektion der von Bern mit Graubünden geführten Korrespondenzen handelt Rudolf Jenny im Jahresbericht der Hist.-Antiquarischen Gesellschaft von Graubünden Bd. 78, Chur 1948. — In umfassender Weise werden die Schicksale der bischöflich-baslerischen Archivalien in Bern im 19. Jahrhundert geschildert von Rudolf von Fischer. Das Begehren nach Rückverlegung des jurassischen Archivs in den Jura. In: Bericht des Regierungsrates an den Großen Rat über die Beziehungen des Staates Bern zu seinem jurassischen Landesteil. Bern 1949.

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