Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)

IV. Quellen und Quellenkunde - 26. Willibrord Neumüller und Kurt Holter (Kremsmünster): Kremsmünsterer Briefe aus der Zeit des Interregnums

424 N eumüller—H olter, 14. Abt Ortolf von Kremsmünster bittet einen Abt, den Überbringer des Schreibens, Bruder Ulrich, zum Zwecke der Besserung für eine gewisse Zeit in seinen Konvent aufzunehmen. Zwischen 1247 und 12561). Konzept. Rückseite von Nr. 13, sieben Zeilen, oben und links mit etwas Textverlust beschnitten. Flüssigere, größere, leicht nach links geneigte Hand von vorwiegend kursivem Charakter. Reverendo in Christo patri venerabili abbati .. .a) . .ster abbas devotas orationes in domino et sincerum animum obsequendi. Quia contingit multociens per even[tum] ut fratrum pluralitas aliquem habeat delinquentem, taliter si cito scitis, qui correctionis intuitu a fratrum [consjortio removetur forsitan ad tempus aliquod conpetenter sicutb) ex hoc ad dominum redeat cor illius, quem regularis ... monastica corrigit disciplina in monasterio alieno, nos karitatem vestram tenore presentium exoramus [petente]s, presentis littere porrectorem Vlricum, fratrem nostrum, vestro dignemini consortio per tempus aliquod aggrega[r]e, scientes quod nos semper erimus vobis ad similia preparati. 15. Der Passauer Domherr Otto, Cantor und Archidiakon von Lambach, beglaubigt seinen Notar F., der dem Abt Ortolf von Kremsmünster mündliche Botschaft zu überbringen hat. Um 12562). Falz, 39x 174 mm, vier Zeilen, in der linken unteren Ecke mit geringem Textverlust beschnitten. Aus CC 332, f. 278/279. Leicht nach links geneigte, flüssige Kursive, der von Nr. 16 sehr nahestehend. Wahrscheinlich Passauer Kanzleihand. Rückseite, teilweise quer durchgeschnitten: Venerabili abbati in Chr(emsmunster). Reverendo in Christo fratri et domino karissimo 0. venerabili abbati de Chremsmunster O. Dei gratia canonicus3) et cantor Pataviensis, Archidiaconus Lambacensis, cum orationibus et obedientia devotissimam ad obsequia voluntatem. Latorem presentium F. nostrum no[t]arium ad vos mittentes volumus, ut verbis suis credatis per omnia tamquam ...b) presertim cum nos omnia verba nostra in ore suo posuimus vobis lucide exponenda. 16. Der Bischof von Passau bittet Abt und Konvent von Kremsmünster, den Überbringer des Schreibens im Kloster aufzunehmen und ehrenvoll zu behandeln. Um 1256z). Falz, 33 X 80 mm, sechs Zeilen, seitlich beiderseits beschnitten. Am Falzbug ein Heftloch mit Text­verlust. Aus CC 126, f. 293/300. Die Schrift steht der des vorausgehenden Stückes sehr nahe. Rückseite: Domin[o] abbati et conventui de Chremsmunster quergestellt in drei Zeilen. ... P]ataviensis episcopus dilectis in Christo fratribus, abbati et conven[tui .. . p]ater- nam in domino karitatem. Mittimus ad vos dilectum nobis [... latjorem presentium et *) Die Bestimmung auf die Zeit des Abtes Ortolf ergibt sich wohl mit Sicherheit aus der Erwähnung seines Namens in dem Konzept auf der anderen Seite dieses Falzes. Infolge der großen Zahl von Eintragungen des Namens Ulrich im Kremsmünster er Nekrolog ist eine genauere Bestimmung und Identifizierung nicht möglich. 2) Der Passauer Domherr Otto, Cantor und Archidiakon von Lambach, ist 1253—1273 in Urkunden häufig angeführt. Vgl. Kr ick, l. c., 25. — Da sich dieser Zeitraum nur mit den letzten Jahren der Regierungs­zeit des Abtes Ortolf überschneidet, ergibt sich die Datierung um 1256. Das Archidiakonat von Lambach ist ein Titel, anscheinend ohne Funktion, der um jene Zeit aufgekommen ist. Vgl. K. Eder, Das Land ob der Enns vor der Glaubensspaltung, Linz 1933, S. 276. 3) Da der Name des Bischofs abgeschnitten und der des Abtes nicht genannt ist, ist eine Datierung nur durch die Schrift möglich; die Ähnlichkeit mit der des vorausgehenden Stückes läßt die Zeit des Bischofs Otto von Lonsdorf, 1254—1265, am wahrscheinlichsten werden. Ob der Brief an Abt Ortolf oder seinen Nachfolger Berthold gerichtet war, bleibt ungewiß. 14. *) Infolge Beschneidung fehlt mehr als die Hälfte der ersten Zeile. b) Lesung unsicher. 15. a) Die beiden ersten Buchstaben sind nicht mehr erhalten. b) Lücke von etwa einem Wort, etwa nostris.

Next

/
Thumbnails
Contents