Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)

III. Heraldik und Geneologie - 18. Wolfgang Kotz (Wien): Das Schweizer Wappenbuch

306 Kotz, Die Legenden führen zuerst den Namen des Wappenträgers (Familie oder juristische Person) an, dann folgen in den meisten Fällen kurze Hinweise über den Herkunftsort, bzw. bei von auswärts stammenden Familien über das Herkunftsland, sodann über einzelne Mitglieder der wappentragenden Familie — meistenteils unter Angabe von Jahreszahlen —, weiters gegebenenfalls auch über ihr Aussterben sowie über die örtliche Lage und den Zustand ihres Sitzes. Eine Angabe über den Kaufpreis von verkauften Besitztümern, wie in der Überschrift in Aussicht gestellt wird, muß als Seltenheit bezeichnet werden. Zum Abschluß folgt — wenn auch nicht in allen Fällen — eine Angabe über die dem Verfasser zur Ver­fügung gestandenen Quellen hinsichtlich des Wappens. Der zweite Teil beginnt mit dem auf Seite 527 unterhalb einer architektonischen mit zwei Putten gezierten Darstellung enthaltenen Titel, der folgenden Wortlaut hat: ,,Namen Vnd Wappen, der nach bewüsten Edlen vnd Herren, Welche mitt Ertzherzog Leopolden, Zu Östereich Dem 3. Diß Namens uff St Cirilli, den, 9. July, Anno, 1386, vor Sempach Vmbkomen Vnd Erschlagen worden.“ Das nächste Blatt zeigt die Darstellung Erzherzog Leopolds in einem Torbogen, mit gefalteten Händen auf dem linken Obereck des österreichischen Schildes knieend; zu seiner Rechten ist ein goldener Helm mit einer kleinen Darstellung des gleichen Wappenschildes oberhalb der Öffnung und einem Pfauenstoß als Helmzier zu sehen. Die Rückseite des Blattes zeigt vier Banner u. zw. oben verschränkt zwei Banner des Erzherzogs, unten die Banner Ochsenstäin und Hochberg. Auf der nächsten Seite sind die gegeneinander gewendeten Gestalten der beiden Träger dieser Banner, auf dem Obereck ihres schiefgestellten Wappenschildes knieend, dargestellt. Nun folgen weitere Abbildungen von Bannern u. zw. gleich auf der Rückseite dieses Blattes die „Vier Fürnämbsten Haupt Panneren“ (Tiroll, Salm, Thierstäin, Hasenburg) und auf den nachfolgenden vier Seiten noch weiter je vier Banner. Nunmehr folgt das eigentliche Titelblatt zu dem den zweiten Teil den Buches bildenden Verzeichnis. Die Aufschrift zeigt folgenden Wortlaut: „VerZeichnus Der Nachuolgendten Graffen und Freyherren Wappen, So mit Erz­herzogen Leopolden vor Sempach gebliben, sambt der, Alten, Fürnämbsten Kriegßrüstung, wie Mans, damahls gebraucht hat, und Jn Kloster Konigßfelden, Ordenlich verZeichnet.“ Oberhalb dieser Aufschrift ist eine Darstellung zu sehen, die einen von einer orna­mentierten goldenen Einfassung, die unten einen von grünen Zieraten umgebenen Totenkopf zeigt, umgebenen Schild aufweist, der von zwei Gestalten gehalten wird. Die (heraldisch) rechte Gestalt zeigt einen Mann in vollem Harnisch mit geschlossenem Visier, in der Rechten eine Lanze haltend; die andere Gestalt einen mit einem schwarzen Hut, einem langen, unten geöffneten violetten Leibrock, einer grünen Weste, einem kurzen roten Beinkleid, gelben Strümpfen und schwarzen Schuhen bekleideten Mann, der in der Linken einen schwarzen Degen hält. Beide Gestalten stehen auf einem steinernen Postament. An Stelle eines Wappens zeigt der Schild in Handschrift die Worte: „Male geritur Quicquid geritur Fortunae Fide.“ Hinter dem Schild ragen beiderseits je ein rotes Fähnlein, eine Lanze mit roten Quasten, eine Hellebarde, gleichfalls mit roten Quasten, und zwei Pistolenschäfte hervor. Die Rückseite zeigt eine allegorische Darstellung oberhalb einer die deutsche Über­setzung einer die Stiftung des Klosters Königsfelden betreffenden Tafel enthaltenden Auf­schrift. Die Hauptfigur dieser Darstellung ist die Gestalt eines Geharnischten mit geöffnetem Visier, der in der Rechten eine rote Fahne, in der Linken einen goldenen Schild hält. Zu seinen Füßen steht ein schwarzer Sarg mit einem rot-weiß-roten Schildchen. Der übrige Teil ist mit verschiedenen Waffen und Feldzeichen — so insbesondere mit einer Kanone und zwei Gewehren (!) — ausgefüllt. Es folgen sodann die Wappen der Gefallenen mit Namensangaben: Zuerst auf den Seiten 539 bis 541 in größerem Format je 3 Wappen (hauptsächlich von Angehörigen des

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