Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)

II. Paläographie und Diplomatik - 16. Gebhard Rath (Wien): Studien zur Gründungsgeschichte der Cisterce Wilhering und ihrer rechtlichen Stellung zu ihren Gründern und dem Hochstift Bamberg

274 Rath, der Vormundschaft seines Verwandten Bischof Eberhard von Bamberg an vertraut. Am 14. Februar 1160 * 3 4) verordnete Kaiser Friedrich I. zu Pavia, daß die Burgen der Bamberger Kirche nicht zu Lehen gegeben oder veräußert werden dürfen und nennt unter den von Bischof Eberhard II. dem Hochstift erworbenen auch Wachsenberg. Als Lucius III. 1185 2) der Bamberger Kirche den Besitz dieser 1160 genannten Burgen bestätigte, wird Wachsenberg nicht mehr genannt. Es erscheint vielmehr bereits seit 1180 3) bis nach 1221 4) im Besitze Elisabeths von Wachsenberg, der Gemahlin Wernhers von Griesbach 5). Da nun Cholo II. von Withering sich auch von Wachsenberg nannte, unmittelbar vor seinem Tode sein Erbtöchterchen samt seinem ganzen Besitz bis zu des Kindes heirats­fähigen Jahren der Vormundschaft Bischof Eberhards übergab, Wachsenberg 1160 als von Eberhard neuerworbene Burg im Besitze des bambergischen Hochstiftes erscheint, 1185 aber nicht mehr, sondern bereits 1180 im Besitze Elisabeths von Wachsenberg, die die Ur­kunden fundatrix 6) und patrona 7) der Cisterce wie Inhaberin des Patronates 8) der von Cholos Vater Ulrich I. von Wilhering 1110 9) gegründeten Pfarre Gramastetten nennen, der Ehren­titel fundatrix niemals Geschwistern von Klostergründern, sondern nur Deszendenten ver­liehen wurde, einer ihrer Söhne den Namen Cholo 10) trug, ein anderer, Heinrich, Domherr von Bamberg und Pfarrer von Gramastetten war, kann Elisabeth von Wachsenberg nur die am 25. September 1154 genannte namenlose Erbtochter Cholos von Wilhering-Wachsenberg sein. Da dieser zwischen 1. und 11. Mai 1150/51, wie wir später sehen werden 11), starb, Elisabeth 1160 noch unmündig war, der terminus ad quem des Todes ihrer Mutter Benedicta der 23. Februar 1151 12) ist, ist der terminus a quo ihrer Geburt 1148, der ad quem der 23. Februar 1151. Somit konnte Elisabeth von Wachsenberg als Tochter Cholos von Wil­hering gegen Strnadt 1194 bereits erwachsene, d. h. mündige Söhne haben, da sie damals schon über 40 Jahre alt war. Cholos von Wilhering Gemahlin hieß nach Ansicht einiger Forscher Benedicta 13 14). Nach Handel-Mazzetti u) war sie in erster Ehe mit Konrad von Sunnelburg 15) vermählt. Als dieser zwischen 24. November 1145 und 9. April 1147 starb, verheiratete sie sich mit Cholo von Rodenfels, den Handel-Mazzetti16) für Cholo von Wilhering hält. Im Totenbuch des Klosters Wilhering 17) begegnet zum 23. Februar eine Benedicta fundatrix cenobii in Wil­hering. Da der Titel fundatrix nur Gemahlinnen oder Deszendenten der Stifter gebührt, *) UBoE. 2, Nr. 203, 301. *) Joetze, Bamberg 582. 3) UBoE. 2, Nr. 252, 368. 4) Stiftbuch (UBoE. 2, Nr. 332, 476). — Stülz, Wilhering 380. 5) Stülz, Wilhering 381. — Nach Handel-Mazzetti, Schleunz 26 und Trinks, Gründungs­urkunden 116, wäre sie in erster Ehe mit Pabo von Schleunz vermählt gewesen. «) UBoE. 2, Nr. 332, 476. 7) 1180 (UBoE. 2, Nr. 252, 368). — 1206 VI 19 (UBoE. 2, Nr. 351, 504). 8) 1180 (UBoE. 2, Nr. 252, 368). — 1204 VII 29 (UBoE. 2, Nr. 344, 495). — 1206 VI 19 (UBoE. 2, Nr. 351, 504). — Trinks, Gründungsurkunden 101, sagt unrichtig, daß das Patronat über Gramastetten von 1110—1240 in den Händen der Wilheringer war. — S. 82 behauptet er, Herzog Friedrich habe 1248 dem Kloster das Patronat über Gramastetten geschenkt. Vgl. UBoE. 3, Nr. 71, 77 (1240 Jänner 31). ») UBoE. 2, Nr. 92, 129. 10) 1212 VIII 8 (UBoE. 2, Nr. 379, A. 550). — 1217 VII 2 (UBoE. 2, Nr. 399, 592). — Stülz, Wilhering 383 ff. u) 1212 VIII 8 (UBoE. 2, Nr. 379, A. 550). — 1217 VII 2 (UBoE. 2, Nr. 399, 592). — Stülz, Wilhering 384 ff. 12) Vgl. S. 49. 1S) Stülz, Wilhering 379. — Handel-Mazzetti, Schleunz 24. — Derselbe, Wildberg 30. — Vgl. MIÖG. 1902, 326. 14) Handel-Mazzetti, Schleunz 24. — Derselbe, Wildberg 30. 15) Wallsee an der Donau (Handel-Mazzetti, Wildberg 30). 1#) Handel-Mazzetti, Wildberg 30. 17) Grillnberger, Totenbücher 54. — MG. Necrologia IV, 448.

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