Leo Santifaller: Ergänzungsband 2/1. Festschrift zur Feier des 200 jährigen Bestandes des HHStA 2 Bände (1949)

II. Paläographie und Diplomatik - 16. Gebhard Rath (Wien): Studien zur Gründungsgeschichte der Cisterce Wilhering und ihrer rechtlichen Stellung zu ihren Gründern und dem Hochstift Bamberg

264 Rath, 4. Unicam vero filiam suam, quam, uxore mortua, teneram habebat, cum omnibus possessio­nibus suis nostrq curq commendavit, hac videlicet ratione, ut, si ante nubiles annos puella ex hac vita migraret, possessiones universe in ditionem cederent Babenbergensis ecclesiq. 5. Nos ergo pr edictum Willehering ense monasterium et omnia, qu$ a pr edictis fundatoribus suis vel ab aliis quibuscumque fidelibus, sed et ea, qu$ nostra devotione collata sunt ei 1), invocata omnipotentis dei fortissima virtute freti quoque beati Petri apostolorum principis et sacerdotii nostri auctoritate ab omni infestatione vel perturbatione banno defensamus, communimus et corroboramus. 6. Testes prioris et secunda donationis hii sunt: Die Geschichte des edelfreien Geschlechtes von Withering, dem die Gründer der Cisterce angehörten, ist noch nicht geschrieben 2). Der erste bisher namentlich faßbare Vertreter ist Adalram oder Alram von Withering, der um 1050 3) in einer zumindest verdächtigen Urkunde die Stiftung des Klosters Erla bezeugt. Adalrams Sohn oder Enkel ist Aribo 4) von Wilhering, von dem wir zwei Söhne, Ulrich I. 5) und Cholo I. 6), kennen. Ulrichs Söhne waren Ulrich II.7) und Cholo II. 8), die Stifter der Cisterce. Zur Zeit der Klostergründung war Ulrich I. bereits tot, seine Gemahlin Ottilia 9) noch am Leben. Urkundlich ist bisher nur eine Schwester der Stifter namens Elisabeth 10 *) erwiesen. Die Catalogi oder Tabulae abbatiarum ordinis Cisterciensis n) lassen den Zeitpunkt der Gründung einer Cisterce selbst auf den Tag genau bestimmen. „Der Stiftungstag und das Stiftungsjahr der neugegründeten Niederlassungen sowie der alten, in Zisterzienserklöster umgestalteten Ordenshäuser fielen mit dem Tage und mit dem Jahre zusammen, an denen der conventus formatus, d. h. zwölf Brüder mit dem Abte 12 13), oder, wenn einige Mitglieder desselben vorausgeschickt worden waren, der ihn ergänzende Teil in das vollendete oder wenigstens die zur Beobachtung der Regel nötigen Gebäude zählende, mit den für den Gottes­dienst erforderlichen Büchern versehene und auch sonst hinreichend ausgestattete Kloster feierlich eingeführt wurde (regularis, canonica substitutio, vgl. Janauschek, Orig. Cisterc. 145), was meistens unmitteblar nach seiner Ankunft geschah.“ Mit seltener Übereinstimmung nennen die genannten Catalogi oder Tabulae II. kai. oct. 12) als Gründungstag und die vertrauenswürdigeren unter ihnen gleich der Klostertradition 1146 als Gründungsjahr der Cisterce Wilhering. 1) Die Drucke setzen das Komma vor ei. Dem Sinne nach gehört es nach ei, wo es auch im Originale steht. 2) Handel-Mazzetti, Das Gemärke von Wildberg im Jahre 1198. Jahresbericht des Museums Francisco-Carolinum zu Linz 57 (1899), 29. — Strnadt Julius, Das Land im Norden der Donau. Archiv für österreichische Geschichte 94 (1905), SA. S. 144. 3) UBoE. 2, Nr. 67, 86, und Nr. 171, 256. 4) UBoE. 1, Nr. 9, 630. — Stülz, Wilhering 375, 387. 5) Stülz, Wilhering 375 ff., 387 ff. ®) Stülz, Wilhering 377. 7) Stülz, Wilhering 2, 377 ff., 387. — Juritsch Georg, Geschichte der Babenberger und ihrer Länder 1894, 176 und Anmerkung 3, behauptet, Ulrich II. und Cholo II. hätten wie das Kloster Ebrach zur Partei des Königs gehört und durch die Klostergründung in Wilhering einen neuen Stützpunkt stau- fischer Politik geschaffen. — Wilhering ist aber 1146 von Rein besiedelt worden. 8) Stülz, Wilhering 2, 379. ») UBoE. 2, Nr. 92, S. 129. 10) Stülz, Wilhering 377, 387. n) Grillnberger Otto, Die Catalogi abbatiarum ordinis Cisterciensis 1904, SA. 18. 12) Canivez Josephus, Statuta Capitulorum, Generalium Ordinis Cisterciensis I, 1935, 15 XII: Duodecim monachi cum abbate terciodecimo ad cenobia nova transmittantur: nec tamen illuc destinentur donec locus libris, domibus et necessariis aptetur, libris dumtaxat missáli, Regula, libro Usuum, psalterio, hymnario, collectaneo, lectionario, antiphonario, gradali, domibusque, oratorio, refectorio, dormitorio, cella hospitum et portarii, necessariis etiam temporalibus: ut et vivere, et regulam ibidem statim valeant observare (1134). 13) Grillnberger, Catalogi 43. — Derselbe, Anfänge 305. — Ältestes Stiftbuch (UBoE. 2, Nr. 332, S. 476).

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