Az Egri Ho Si Minh Tanárképző Főiskola Tud. Közleményei. 1987. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 18/05)
H. -Dieter Pöltz: Das entwicklungsproblem im Verhältnis von philosophie und naturwissenschaft
- 35 Kantschen Arbeit: "Allgemeine Naturgeschichte und Theorie des Himmels", die ENGELS als "epochemachende Schrift" bezeichnete, verständlich. Durch sie wurde die erste Bresche in die versteinerte Naturanschauung geschossen. In der in ihr vorgestellten Entwicklungskonzeption , wonach die Erde etwas Gewordenes darstellt, also auch eine Geschichte in der Zeit hat, erkannte ENGELS den "springpunkt alles ferneren Fortschritts". Welche Bedeutung er dieser Auffassung für die naturwissenchaftliche Arbeit beimass, kann man aus folgender bemerkung erkennen: "Hätte die grosse Mehrzahl der Naturforscher weniger von dem Abscheu vor dem Denken gehabt, den Newton mit der Warnung ausspricht: Physik, hüte dich vor der Metaphysik! — sie hätten aus dieser einen genialen Entdeckung Kants folgerungen ziehn müssen, die ihnen endlose Abwege, unermessliche Mengen in falschen Richtungen vergeudeter Zeit und Arbeit ersparte" (ENGELS 1975. 316.). Es sei nur vermerkt, dass der von KANT kreierte Entwicklungsgedanke nicht nur eine philosphische Leistung ersten Ranges war, sondern dass auch persönlicher Mut dazu gehörte, sich mit dieser Aufassung der öffentlichen Lehrmeinung entgegenzustellen. Wie die folgenden Bemerkungen belegen, war sich KANT der zu erwartenden Schwierigkeiten wohl bewusst: "Von der andern Seite drohet die Religion mit einer feierlichenm Anklage über die Verwegenheit, da man der sich selbst überlassenen Natur solche Folgen beizumessen sich erkühnen darf ... Ich sehe alle diese Schwierigkeiten wohl und werde doch nicht kleinmütig. Ich empfinde die ganze Stärke der Hindernisse, die sich entgegensetzen und verzage doch nicht. Ich habe auf eine geringe Vermutung eine gefährliche Reise gewagt und erblicke schon die Vorgebirge neuer Länder. Diejenigen, welche die Herzhaftigkeit haben, die Untersuchung fortzusetzen, werden sie betreten und das Vergnügen haben, selbige mit ihrem Namen zu bezeichnen" (KANT 1954. 18.) Gelehrte wie HERSCHEL, LAPLACE, LYELL, DARWIN u. a. besassen diese Herzhaftigkeit und trugen durch ihre Untersuchungen dazu bei, dass das Entwicklungsdenken zum festen Bestand naturwissenschaftlicher Arbeit wurde. Die Erweiterung auf den Bereich der menschlichen Gesellschaft sowie die Analyse und Verallgemeinerung einzelwissenschaftlicher Entwicklungskomzeptionen und Erkenntnisse der gesellschaftlichen Praxis in Gestalt einer philosophischen Entwicklungtheorie verdanken wir MARX,