Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1990. Germanistiche Studien (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 20)

Domonkos Illényi, Das deutsche "fin de siécle": Gesellschaftstheorievon Georg Simmel

105 Zweckrationali tat P Die mikroskopisch - molekularen Prozesse beeinflussen auch die Stimmung der Bevölkerung (z. B.. wie lange muss ich in der Mangelwirtschaft auf eine Ware warten; oder mich anstellen usw.), die Lebensqualität, die Organisation und Farbigkeit des skurilen Lebens der Kleingruppen. 4. Die Formforschung. Die jeweilige Aufgabe der Gesellschaftstheorie ist die Erforschung der Formen und ihrer Wechselwirkungen. Die Einzelnen können erst ihre Wünsche, ihr Begehren, ihre Interessen und Ziele verwirklichen, wenn sie in den Strukturen, Organen wie in speziellen Wechselwirkungskollektiven, die angenommenen Verhaltensmuster zu reproduzieren vermögen. Die Kooperation oder die Konkurrenz sind solche Strukturen, wo die politischen, wirtschaftlichen und religiösen "Inhalte" gemeinverständlich und gesellschaftlich wirksam vermittelt und durchgesetzt werden können. Die Formen werden von den Einzelnen freilich nicht immer neugeschaffen, da sie schon auf geschichtlich herausgebildete und mehr oder weniger stabilisierte Strukturen stossen. Diese ermöglichen einerseits die Durch - und Ausführung der Handlungsabsicht, andererseits beschränken sie für die Gesellschaft deren unmittelbare und totale Geltend - und Gültigmachung. Die Gesellschaftstheorie analysiert die Formen, als handlungshemmende und - induzierende Instanzen. Der Formbegriff wird in vier Beziehungen verwendet'/* a) Relativ elastische Strukturen (z. B. das Publikum des Rock-Konzerts, Schlachtenbummlergruppe usw.). b) Verhältnismässig dauerhaftere Gefüge (z. B. Vereine, Parteien, Gewerkschaften usw.). Dies sind als Objektivierungen der elastischen Strukturen auch zu definieren, die durch gewisse Autonomie gekennzeichnet sein dürften und sich vermöge der Gesetzmässigkeiten eigener Dynamik entwickeln. c) Autonome Spielformen, die sich von den ursprünglichen Motiven der Einzelnen losgelöst haben und sich verselbständigt haben, und danach eigene Werte, den Bann ihre Existenz gewährleisten. Ihre Bedeutung erwuchs in der modernen Welt, wo die Massenmedien Millionen zu Gesellschaftsspielen, zum Kennenlernen der Film - und Theaterwelt, oder - in Zeiten der Weltmeisterschaften und Olympiaden - zum Genuss des Leistungssports bringen. d) "Die Formen der Welten", wobei die Verselbständigung der gesellschaftlichen Sphären neuere Rahmen für die Selbstverwirklichung schafft. Die Welt der Kunst, Religion, Technik usw. erzeugt die Gruppe derer, die diese Formen als einen eigenwüchsigen "Lebensraum" erleben. Für sie verdichteten sich die Haltungsregeln in diesen Formen zu autonomer gesellschaftlicher Sphäre.

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