Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1990. Germanistiche Studien (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series ; Tom. 20)

Domonkos Illényi, Das deutsche "fin de siécle": Gesellschaftstheorievon Georg Simmel

106 In seinen konkreten Gesellschaftsanalysen zieht Simmel die Bedingungen in Betracht, unter denen sich die Strukturen, Institutionen, Spielformen gesellschaftlicher Sphären entfalten, inhaltlich reicher werden und verändern. Die untersuchten Formen beeinflussen dabei auch das Sein der Einzelnen. Vier einfliessende Faktoren werden von Simmel geprüft: a) Die Anzahl der Einzelnen, die miteinander in Beziehung treten, [)) pie räumliche Distanz, p)Das Tempo und die Intensität der Wechselwirkung und der gesellschaftlichen Pßfjnltion der Zeit, d) Per pualismus der gese|lschaftllchetvTendenzen. Abgrund der vier Komponenten baut Simmel seine systematisierte Qesellschaftstheorie, deren grösstes Verdienst es ist,die Abgeschlossenheit nicht anzustreben. Ihr heuristischer Wert offenbart siclvin der Analyse heterogener gesellschaftlicher Phänomene, und dadurch werden Struktur und Kultur einer modernen Gesellschaft gekennzeichnet: - z,B . durch M<*le, Schmucks, Uebe, Ehe, Freundschaft usw. - gesellschaftliche Typen und Erscheinungsformen, z, B, Arme, Fremde, Wanderer usw, - Persönlichkeiten, wie z. p. Goethe, Rembrandt, Michelangelo, - GefUhle, wie Treue, Dankbarkeit, Geiz, Neid usw, pje Simmelsche Untersuchung wird Im Grunde genommen auf die Klärung zweier Inhaltlicher Fragen gerichtet: zunächst auf das Individuelle Sein und die Entwicklungsmöglichkeiten und dann auf die Entfaltung der Kultur. Die auf die aufgeworfenen Probleme gegebenen Antworten machen Simmel zu einem der originellsten und einflussreichsten deutschen Gesellschaftswissenschaftler, eben durch Individualitätstheorie, Kulturtheorie und Emotlonstheorle, HI. Charekteristik der Sjmmelschen Individualitätstheorie, Kulturtheorie und Emotionstheorie I . Individualitätstheorie Nach der Auffassung Simmeis ist die ßesellschaftstheorle selektiv, aber darüber hinaus auch zweimalig engagiert an der Untersuchung des Individuums: zuerst als Subjekt und Persönlichkeit der Weckseiwirkungen, deren Anelyse uns zu dem Erkennen

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