Az Egri Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1968. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis ; : Nova series ; Tom. 6.)

sein, vom Schüler Tätigkeiten in der gesellschaftlichen Praxis zu verlan­gen, bei der entsprechende Erfahrungen organisiert angeeignet werden. I 1 S< A 0 R (A, S, 0) Die Bedeutung der Aussage kann dabei für die Tätigkeit in der ge­sellschaftlichen Praxis erst mit dieser Tätigkeit selbst erfaßt werden. Die aktive Beziehung zur Aussage entsteht nach ihrer Aneignung. Hier wird die Bedeutung der sozialistischen Kinder- und Jugendorganisation für die ideologische Erziehung sichtbar. Es ist unerläßlich, in der ideologischen Erziehung Forderungen an die Heranwachsenden zu stellen, damit sie in der gesellschaftlichen Praxis politisch tätig werden. Gleichzeitig wird noch einmal bestätigt, wie wichtig der Prozeß des Bewertens und Sehlußfol­gerns für die Überzeugungsentwicklung ist. Aussagen werden in Überzeugungen umgewandelt, wenn sich der Heranwachsende mit ihrem Inhalt identifiziert und entsprechende Schluß­folgerungen für das eigene Handeln zieht. Die Identifizierung mit welt­anschaulichen, politischen oder moralischen Aussagen kann beispielsweise durch folgende Schritte erreicht werden: Der Schüler erhält den Auftrag, in einem Referat einen bestimmten Sachverhalt, eine These oder Theorie zu bewerten. Dazu wird ihm von Lehrer ein Bewertungmaßstab vorgege­ben. Der Schüler, der eine solche Aufgabe erhält, kann sie recht ordent­lich ausführen, weil er eine positive Einschätzung für seine Leistung durch den Lehrer erhalten möchte. Das Motiv seines Tuns kann sich in diesem Moment noch vom dem Ziel unterscheiden, das durch den Lehrer ange­strebt wird. Motiv und Ziel würden übereinstimmen, wenn der Schüler mit seinem Referat unmittelbar zur sozialistischen Bewußtseinsbildung seiner Mitschüler beitragen möchte. Solange sich Motiv und Ziel voneinander unterscheiden, bezeichnen wir, wie eingangs gesagt, das Tun des Schülers nach Leontjew als Hand­lung. Von einer Tätigkeit, so sagt Leontjew, wird gesprochen, wenn sich Ziel, Gegenstand und Motiv decken. Zum Verhältnis von Handlung und Tätigkeit stellt Leontjew nun fest: „Zwischen Tätigkeit und Handlung gibt es eigenartige Zusammenhänge. Man kann zum Beispiel das Motiv einer Tätigkeit zum unmittelbaren Gegenstand (Ziel) seiner Handlung er­heben. Dadurch wandelt sich die Handlung in eine Tätigkeit. Dieses Mo­ment ist außerordentlich wichtig. Auf diesem Wege entstehen neue Tätig­keiten. Wir stoßen hier auf die konkrete psychologische Grundlage für Veränderungen der dominierenden Tätigkeit und damit für den Übergang von einer Entwicklungsstufe zur anderen" [8]. Deshalb sollten Aufträge, wie wir sie oben dargestellt haben, durch den Lehrer erweitert und zugleich motiviert werden. Der Schüler erhält nicht einfach den Auftrag, ein Referat zu halten, ihm wird vielmehr zu­gleich das Ziel gestellt, seine Mitschüler von einer bestimmten Theorie zu überzeugen. Das Referat wird sodann nicht nur von seinem inhaltlichen Aufbau, sondern auch von seiner politischen Wirkung her beurteilt. 25

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