Az Egri Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1968. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis ; : Nova series ; Tom. 6.)
Wird die Motivierung für die Auftragserfüllung dadurch ergänzt, daß der Lehrer dem Schüler die gesellschaftliche Bedeutung des Auftrages bewußtmacht, so kann das Motiv des Schülers zunächst folgendermaßen lauten: Ich muß meine Mitschüler von der Richtigkeit der von mir vertretenen Thesen überzeugen. Deshalb werde ich mich mit der Problematik des mir gestellten Themas gründlich beschäftigen. Außerdem werde ich mir überlegen, wie ich am wirkungsvollsten vorgehen kann. Auch hier identifiziert sich der Schüler noch nicht vollständig mit der Absicht des Lehrers. In Untersuchungen konnten wir beobachten, daß sich diese Identifizierung dann am schnellsten vollziehen kann, wenn der Schüler die von ihm vorgetragenen Thesen verteidigen muß. Dabei ist der Heranwachsende gezwungen, sich mit den von ihm vertretenen Thesen auseinanderzusetzen und einen Standpunkt zu finden. Dieser Standpunkt wird durch den vom Lehrer vorgegebenen Bewertungsmaßstab bestimmt. Anfangs müssen die zur Verteidigung zwingenden Anfragen der Mitschüler vorher festgelegt werden. Manchmal wird eingewandt, das vorgegebene Bewertungsmaßstäbe dem Schüler die Möglichkeit nehmen, ein Problem breit zu diskutieren. Wir sind der Ansicht, daß der Schüler — bevor er ein Problem von allen möglichen Aspekten aus betrachten kann — zunächst einmal lernen muß, Theorien und Sachverhalte der objektiven Realität vom Standpunkt der Arbeiterklasse aus zu beurteilen. Hat der Schüler das gelernt, so ist es möglich und notwendig, ihn zu lehren, selbst objektive Bewertungsmeßstäbe zu finden. Besonders interessant und für die Überzeugungsentwicklung wertvoll sind Schülerreferate, in denen der Schüler Beobachtungen in der gesellschaftlichen Praxis vornehmen und die Ergebnisse im Unterricht vortragen und bewerten muß. Dabei wird er befähigt, das von ihm erworbene Wissen anzuwenden. Die Aufgabenstellung im Identifizierungsprozeß verlangt vom Schüler eine Bewährung. Solche Bewährungssituationen sind auch im Unterricht möglich. Dabei wird der Schüler auch zur Selbsterziehung in seinem Klassenkollektiv geführt. Zur Planung der Überzeugungsentwicklung In den letzten Jahren wurden mehrfach Versuche unternommen, nach einem Programm zu erziehen. Die Ergebnisse waren unbefriedigend, sie führten zur Ablehnung solcher Erziehungsprogramme, die mehr oder weniger organisatorische Maßnahmen und recht allgemeine Zielstellungen vorsahen. Ein Erziehungsprogramm, das für sich beansprucht, allgemeingültig zu sein und doch aus sehr speziellen organisatorischen Aufgaben besteht, ist von vornherein zum Scheitern verurteilt, weil die konkreten örtlichen und zeitlichen Bedingungen recht unterschiedlich sind. Trotzdem ist es möglich, die Erziehungsarbeit zu planen, wenn der richtige Ausgangspunkt gefunden wird. Den Ansatzpunkt für die Planung der sozialistischen Erziehung sehen wir in den Grundüberzeugungen, wie sie eingangs dargestellt wurden. Wie 26