Az Egri Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 1966. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis ; : Nova series ; Tom. 4.)

I. Tanulmányok az oktatás és nevelés kérdéseiről - Dr. Berencz János: A XX. századi polgári reformpedagógia erkölcsi nevelési törekvései

DR. JÁNOS BERENCZ: DIE FRAGEN DER MORALISCHEN ERZIEHUNG BEI DEN BÜRGERLICHEN „REFORMPÄDAGOGEN" DES ZWANZIGSTEN JAHRHUNDERTS — Kurze Zusammenfassung. — Zur Einleitung übersieht der Artikel die bürgerliche und marxistische Bewertung der modernen „reformpädagogischen" Richtungen. Als solide, wissen­schaftlich begründete neuere marxistische Bewertung kann die „Geschichte der Pädagogik" von Konstantinow —Medinskij —Schabajewa (Moskau, 1959.) sowie auch das in der DDR erschienene Lehrbuch, „Geschichte der Erziehung" (1. Auflage, 1957., 2. Auflage 1960) erwähnt werden; vielseitig und anschaulich befasst sich mit der Kritik der Reformpädagogik der zweite Band des „Bilderatlas zur Schul-, und Erziehungsgeschichte" Prof. Robert Alt's. („Volk und Wissen* Volkseigener Verlag, Berlin, 1965. — Seite 558—614.) Ferner werden auch einige moderne bürgerliche problemgeschichtliche Veröffentlichungen über die Reformpädagogik kritisiert, wie z. B. die Problem­geschichte von Reinhard Kynast (1932), die im konservativen Sinne die Reiorm­pädagogik als „revolutionäre Pädagogik" falsch, formalistisch deutet und miss­handelt. — Die englische Problemgeschichte von E. B. Castle (1958) befasst sicn reeller, bemerkenswerter mit den „Neuen Schulen", mit den pädagogischen Bestrebungen, von Tolstoj, Montessori, Decroly, Dewey — doch die individu­alistische, liberale Einstellung des Verfassers führt zu einseitigen, wissenschaftlich wenig begründeten Werturteilen. Als sowjetische problemgeschichtliche Arbeit wird das Buch von Kamenogradskij genannt (1962). Als Verdienst dieses Werkes kann die klare, marxistische kritische Einstellung gelten, jedoch werden die praktischen Bestrebungen tier Reformpädagogik im Felde der moralischen Erziehung nicht genug vielseitig und konkret behandelt. Die allgemein-pädagogischen und didaktischen Bestrebungen der bür­gerlichen Reformpädagogik wurden schon vielseitig bearbeitet, kritisiert, — während ihre Haltung zur moralischen Erziehung viel vernachlässigter behan­delt wurde. — Der Hauptteil unseres Artikels befasst sich mit den drei massgebenden Strömungen der modernen „Reformpädagogik": a) mit der „Individualpädagogik" — auch „Neunaturalismus" genannter Richtung von Ellen Key. In ihrem System werden die eklektische Biologisierung, die scharfe anarchistische Tendenz und die Widersprüche der extremen „nega­tivistischen Pädagogik" kritisiert. Als bemerkenswerter Zug kann aber ihre Auseinandersetzung mit der bürgerlichen Heuchelei, Formalismus und Despotis­mus erwähnt werden. Auch viel Interessantes und Bedenkenswertes liegt in ihrer Haltung zum Religionsunterricht in der Schule. b) Die andere wichtige Reformpädagogische Richtung ist die pragmatische Pädagogik Dewey's, und die verschiedenen „Project-methoden". Bei diesen .Rich­tungen wird ihr einseitig-subjektivisti-scher, eng bürgerlich erfasster Utilitarismus kritisiert. Als interessantes Problem wird die Arbeits-disziplin im Konzept von Dewey gedeutet. Diese Disziplin ist Wesensfremd vom konservativen Drill im Sinne des Herbartismus, — aber sie ist nicht mit der zielgerichteten, aktiven Disziplin der sozialistischen Pädagogik zu verwechseln. c) Ferner befasst sich unser Artikel mit der psychologistischen „Experimen­talpädagogik" von Thorndike, Meumann, Lay und ihren Nachfolgern. Als ihr Verdienst kann die experimentell-psychologische Untersuchung des moralischen Werturteils und die Entwicklung der Moralität der Kinder gemannt werden. Im Rahmen dieser Untersuchungen können die Forschungen von Jean Piaget über den moralischen Urteil der Kinder (1930), die verschiedenen „Bilder-1ests", „Frustration-tests" (Rosenzweig, Travis —Johnston) und neuerdings auch das „Dorfspiel-Test" von Ruth Züst (1963) hervorgehoben werden. — Nach dem zweiten Weltkrieg kann eine gewisse „Versöhnung" mit der konservativen Pädagogik, eine Verschmälzung von bürgerlicher Reformpädagogik mit den konservativen Richtungen beobachtet werden. Dies ändert im Wesent­74

Next

/
Thumbnails
Contents