Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 2004. Band. 5. Germanistische Studien. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series)

DOMONKOS ILLÉNYI: Gedanken über die Gesellschafts und Geschichtsphilosophie von Walter Benjamin II

48 Domonkos Illényi Modernisierung erneuern und so den Glückhafen erzielen kann. In seinen zackigen Essays wird der Fehdehandschuh der Diktatur nicht direkt hingeworfen, indem er immer taufrisch sieht: der Tiger ist bereit, seine Streifen zu ándern, um seinen Charakter bis zur endgültigen Dezision wahren zu können. Selbst wenn in seinem fragmentarischen Lebenswerk das Unvollendete betont wird, sollte man daraus die moralische Kontestation und den Protest gegen eine manipulative Gesellschaft herausfühlen. Seine negative Dialektik erklárt, warum die totálén Herrschaftsformen für die in der Entwicklung verstockt Gebliebenen jederzeit inszeniert werden können, wobei er immer der Meinung war, dass etwas da fehl am Orte sei und bloss eine Frage der Karenz, wann „die Kriegskunst der Neubarbaren" unbrauchbar gemacht und alle anderen Künste zur Blüte, den Menschen zugute gebracht werden können. V. Walter Benjamin grundierte mithin als einer der bedeutend­sten deutschen Kritiker und Astheten mit seinen Gesinnungsgenossen die Kunsttheorie und Kunstauffassung der ersten und der zweiten Frankfurter Schule. Für unsere Sicht scheint es einschneidend zu sein, dass seine auch fragmentarisch anregenden Ideen zum Demiurg des zeitgenössischen Denkens und einer grossen Anzahl der Theoretiker der früheren Nachkriegsjahre gediehen. Seinen Ansichten hegen die kulturellen Verháltnisse der spátbürgerlichen Gesellschaft analysierende Philosophie und seine romantisch-antikapitalistische Uberzeugung zu Grundé. Er versuchte solch ein kunsttheoretisches Begriffssystem auszuarbeiten, das auch nach seinem eigenen Programm vollauf ungeeignet sei, von dem Európa überfluteten Faschismus expropriiert zu werden. Den hergebrachten Kunstkategorien und irrationalen Kunstkonzeptionen stellte er die Theorie der gesellschaftlich-geschichtlichen Gebundenheit an Zeit des Werkes entgengen und dadurch betonte er die Bedeutung der Massenrezeption im Verstándnis der Phánomenensubstanzen. Als Bahnbrecher analysierte er denjenigen Vorgang der künstlerischen Entwicklung der Moderne, in dessen Lauf das Werk seine früher vergegenwártigte Aura und seinen Kultwert verliert, und durch die technische Vervielfáltigung (z.B. Film, musikalische Eeproduzierbarkeit usw.) sich neue Funktionen verschafft: das Werk wird Anstellungswert, Manipulationswert habén. Die genannten Werte ermöglichen freilich, die Kunst zu demithologisieren und zu vermassen. Andererseits die technische Reproduktion als Mittel ist geeignet, die Rezipienten ideologisch zu táuschen

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