Az Eszterházy Károly Tanárképző Főiskola Tudományos Közleményei. 2004. Band. 5. Germanistische Studien. (Acta Academiae Paedagogicae Agriensis : Nova series)

DOMONKOS ILLÉNYI: Gedanken über die Gesellschafts und Geschichtsphilosophie von Walter Benjamin II

Gedanken liber die Gesellschafts- und Geschichtsphilosophie. 49 — direkt in Form der faschistischen Massendemagogie, und indirekt dadurch, dass sie das eine Dekonzentration anvisierte Vergnügen für die Zeitgenossen auschliesslich macht und zu der geistigen Wehrlosigkeit, „Waffenstreckung" der Massen beisteuert. Er bezeichnete auch den Weg links engagierten Typs, der das erfahrene Dilemma verstehen hilft, eventuell auslöscht, falls die Menschheit das Gute vom Bősen zu scheiden vermögen würde. „Die Menschheit, so W. Benjamin, ist da auf sich gestellt, die — einst bei Homer — der Gegenstand der Betrachtung der olympischen Götter war. Ihre Selbstentfremdung erlangte schon denjenigen Gradus, um ihre eigene Vernichtung als eine ásthetische Freude ersten Ranges erieben zu sollen". 15 Nach Benjamin sei es die Folge der Asthetisierung der faschistischen Ansichten — die Politik. Die Antwort mag jedoch nichts anderes sein, als die Politisierung der Kunst, um die Baume der Demagogie nicht in den Himmel wachsen zu können. Diese Erkennung versuchte er durch das Beispiel von Brechts Kunst zu begründen, als er den wahren Inhalt der künstlerischen Praxis enthüllte, die die Verschönerung der damals bestehenden Welt einging, so setzte er dem manipulierenden Rausch und der Betáubung der faschistischen Kunstindustrie die Humanisierung der Menschheit anvisierende Massenkunst entgegen. In seiner Kunstauffassung machte sich auch eine andere Tendenz Luft, námlich eine, die den Vorstoss des Faschismus im Zeichen der hoffnungslosen Resignation und Verzweiflung als einen durch die Epoche bedingten Zeitgeist zur Kenntnis nahm, wie auch selbst Thomas Mann hielt es nach dem Münchener Triumph von Hitler und Mussolini (1938) im Augenblick des Verschüchterns vorstellbar, dass der Faschismus wohl an seiner Selbstdeutung recht habén möge und werde erst nicht die bezeichnete Epoche sondern seinetwegen zur Lenkung eines vollen Zeitalters bestimmt habén. 1 6 Aber die Ereignisse nach München und insbesondere der sogenannte „zweite Griff nach der Weltmacht" und dessen Fazit knüppelten die Menschen und auch die Schriftsteller nieder. Der im Exil lebende Schriftsteller und Nobelpreistráger Thomas Mann hielt am 29. Mai 1945 in Washington eine Rede unter dem Titel „Deutschland und die Deutschen", in der er das Wesen des Deutschtums und das Verhalten der Deutschen gegenüber der nationalsozialistischen Diktatur darzulegen versuchte. Die Rede wurde freilich auch in Deutschland veröffentlicht und löste ein anhaltendes Echo aus. Seine Analyse umfasst nicht nur die „Vorgeschichte" des Nationalsozialismus wie es W. Benjamin bis zu seinem Selbstmord (1940) tat, sondern die ganze Geschichte der Diktatur samt ihrem erschaudernden Ende. Die Analyse der erwáhnten Schrift übersteigt die Bahnen unserer Studie, doch sollten ihre letzten zukunftsweisenden Gedanken evoziert werden, nachdem der Verfasser die

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